| 대한민국 大韓民國 |
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| Amtssprache | Koreanisch | ||||
| Hauptstadt | Seoul | ||||
| Staatsform | Präsidialrepublik | ||||
| Staatsoberhaupt | Präsident Lee Myung-bak | ||||
| Regierungschef | Premierminister Han Seung-soo | ||||
| Fläche | (106.) 99.392 km² | ||||
| Einwohnerzahl | (24.) 49.024.737 (Stand Februar 2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte | (12.) 489 Einwohner pro km² | ||||
| BIP | 2007 (geschätzt) | ||||
| HDI | 0,921 | ||||
| Währung | Won | ||||
| Unabhängigkeit | 15. August 1948 | ||||
| Nationalhymne | Aegukga | ||||
| Nationalfeiertag | 15. August, (Unabhängigkeitstag) | ||||
| Zeitzone | UTC+9 (KST) | ||||
| Kfz-Kennzeichen | ROK | ||||
| Internet-TLD | .kr | ||||
| Telefonvorwahl | +82 | ||||
Die in Ostasien gelegene Republik Korea, allgemein Südkorea genannt, nimmt den südlichen Teil der koreanischen Halbinsel ein. Die einzige Landgrenze, mit 243 km Länge, besteht zum nördlichen Nachbarn Nordkorea. Die beiden koreanischen Staaten wurden 1948 im aufkommenden Kalten Krieg gegründet, der folgende Koreakrieg zementierte die Teilung. Im Westen grenzt Südkorea an das Gelbe, im Süden an das Ostchinesische und im Osten an das Japanische Meer.
Inhaltsverzeichnis |
Bearbeiten Staatsname
Der offizielle Staatsname lautet auf Deutsch Republik Korea, umgangssprachlich spricht man jedoch meistens von Südkorea. Auf Koreanisch heißt das Land offiziell Daehan Minguk (대한민국; 大韓民國; dt. "Republik Groß-Han"). Allgemein wird es in Südkorea jedoch mit seiner Kurzform Hanguk (한국, 韓國, "Han-Staat") oder Namhan (남한, 南韓, "Süd-Han") genannt, in Abgrenzung zu Bukhan (북한, 北韓, "Nord-Han"). In Nordkorea heißt "Korea" nicht Han, sondern Chosŏn, entsprechend heißt "Südkorea" dort Nam-Chosŏn (남조선, 南朝鮮, "Süd-Joseon").
Bearbeiten Geographie
Südkoreas Fläche beträgt 99.392 Quadratkilometer. Davon entfallen 290 Quadratkilometer auf Wasserflächen; es gibt keine größeren natürlichen Seen.
Südkorea umfasst den südlichen Teil der Halbinsel Korea und vorgelagerte Inseln. Nahe der Westküste und im Südosten liegt ebenes, aber fast überall mit Hügeln durchsetztes Land, das höchstens ein Drittel des Staatsgebiets ausmacht, aber die große Mehrheit der Einwohner beherbergt. Der große Rest des Landes ist gebirgig; außer auf einem schmalen Streifen an der Ostküste und in kleinen Talgründen gibt es keine Tiefebenen. Sowohl die Gebirge als auch die Hügel der Ebenen sind meist bewaldet; sie erreichen zwar selten große Höhen, haben aber oft ein steiles Relief.
Bearbeiten Berge und Gebirgszüge
Etwa 70 % Südkoreas sind gebirgig. Höchster Berg ist der Vulkan Hallasan (san = "Berg") mit 1950 Metern auf der Insel Jeju-do, auf dem südkoreanischen Festland sind am höchsten der Jirisan im Süden mit 1915 Metern und der Seoraksan im Nordosten mit 1708 Metern. Südkorea wird von fünf größeren Gebirgen durchzogen, das größte ist der Taebaek. Er beginnt im südöstlichen Nordkorea und zieht sich dann fast die gesamte Ostküste Südkoreas entlang. Vom Taebaek zweigt der zweitgrößte, Sobaek genannte Gebirgszug in südwestlicher Richtung ab; er zieht sich durch das Zentrum des Landes. Kleiner sind das Gwangju-, das Charyeong- und das Noryang-Gebirge. Die aus Nordkorea über den Seoraksan bis zum Jirisan verlaufende Hauptwasserscheide heißt Baekdudaegan (백두대간).
Bearbeiten Flüsse
Vier größere Flüsse durchziehen Südkorea. Der größte heißt Nakdonggang (gang = "Fluss") und hat eine Länge von 525 Kilometern. Er entspringt im Taebaeksan, fließt von dort anders als die meisten Flüsse des Landes nach Süden und mündet bei Busan ins Japanische Meer. Zweitlängster Fluss ist der Hangang mit einer Länge von 514 Kilometern. Seine beiden Arme entspringen ebenfalls im Taebaeksan und vereinigen sich etwa 35 Kilometer vor Seoul, bevor der vereinte Fluss die Stadt quert und als Grenzfluss zu Nordkorea in das Gelbe Meer mündet. Noch kürzer sind der Geumgang (401 Kilometer) und der Seomjingang (212 Kilometer).
Bearbeiten Küste und Inseln
Südkorea stößt an drei Seiten ans Meer: Im Osten an das Japanische Meer (in Südkorea als „Ostmeer“ (동해; Donghae) bezeichnet, siehe auch Namensstreit um das Japanische Meer), im Süden an die Koreastraße, im Westen an dass Gelbe Meer. Die Küstenlinie ist insgesamt 2413 Kilometer lang.
Die Küsten im Westen und Süden weisen als Ria viele Buchten und Halbinseln auf, denen sehr viele mittelgroße und teilweise unbewohnte kleinere Inseln vorgelagert sind. An der Westküste liegt auch das zweitgrößte Wattenmeer der Erde mit dem Namen Saemangeum. Der buchtenarmen und vielerorts steilen Ostküste sind nur wenige und sehr kleine Inseln bzw. Felsen vorgelagert.
Die mit Abstand größte Insel heißt Jejudo. Sie liegt rund 150 Kilometer südlich der Südwestküste des Festlands, ist 1845,6 Quadratkilometer groß und bildet mit einigen kleinen Inseln die Provinz Jeju-do.
Bearbeiten Klima
Südkorea liegt in der gemäßigten Klimazone, man unterscheidet hier vier verschiedene Jahreszeiten. Ausgenommen hiervon sind einige subtropische Täler an der Südküste von Jejudo sowie einige Höhenregionen über 1700 Meter.
Der Frühling beginnt meist zwischen Ende März und Anfang April und ist mild und recht sonnig. Die Winde tragen dann oft feinen gelben Wüstenstaub aus der Wüste Gobi nach Korea. Im Sommer führen Südwinde heiße, feuchte Luft von den Philippinen herbei. Die sommerliche Monsunzeit, in Korea Jangma (장마) genannt, beginnt meist Ende Juni oder Anfang Juli. Ein Großteil der jährlichen Niederschläge geht in dieser Zeit auf Korea nieder. Regen wechselt dabei mit klaren Tagen. Dem folgt ein sehr heißer Mittsommer, der vor allem durch die hohe Luftfeuchtigkeit nur schwer erträglich ist. Die Tageshöchsttemperatur übersteigt dann oft 30 °C, begleitet von einer Luftfeuchtigkeit von 80–95 %.
Mitte September setzt der Herbst ein, wenn die Winde wieder aus Nordwest wehen. Die trockene Kontinentalluft sorgt für viel Sonne, während die Temperatur langsam zu sinken beginnt. Der Winter ist in Korea sehr kalt und trocken. Die Winde aus Sibirien bringen selten Schnee. Ab Januar sorgt eine besondere Klimakonstellation für ein eigentümliches Temperaturschema, bei dem sich drei kalte Tage mit vier etwas milderen abwechseln.
Bearbeiten Klimadaten
| Jahr | Frühling | Sommer | Herbst | Winter | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| T-Mittel (°C) | 11,5 | 10,4 | 22,7 | 13,4 | -0,5 | -2,1 | -0,3 | 4,6 | 10,9 | 15,9 | 20,0 | 23,6 | 24,4 | 19,6 | 13,7 | 6,9 | 0,8 |
| T-min (°C) | 6,5 | 4,8 | 18,5 | 8,2 | -5,5 | -7,0 | -5,2 | -0,8 | 5,0 | 10,2 | 15,3 | 19,9 | 20,4 | 14,9 | 8,0 | 1,8 | -4,2 |
| T-max (°C) | 16,5 | 16,1 | 26,9 | 18,7 | 4,4 | 2,8 | 4,6 | 9,9 | 16,8 | 21,7 | 24,8 | 27,4 | 28,5 | 24,4 | 19,5 | 12,1 | 5,8 |
| T-Abstand (°C) | 10,0 | 11,3 | 8,4 | 10,4 | 9,8 | 9,8 | 9,7 | 10,6 | 11,7 | 11,5 | 9,5 | 7,5 | 8,1 | 9,5 | 11,4 | 10,4 | 9,9 |
| Frosttage | 114,2 | 26,0 | 0,7 | 17,1 | 70,5 | 25,5 | 21,9 | 18,0 | 6,7 | 1,3 | 0,4 | 0,2 | 0,2 | 0,4 | 3,6 | 13,1 | 23,0 |
| Regentage | 119,6 | 28,1 | 39,8 | 26,0 | 25,6 | 8,8 | 8,6 | 9,1 | 9,7 | 9,3 | 11,6 | 15,2 | 13,1 | 10,0 | 7,3 | 8,7 | 8,2 |
| Niederschlag (mm) | 1404 | 287 | 723 | 283 | 111 | 37 | 44 | 66 | 110 | 111 | 187 | 289 | 247 | 159 | 67 | 57 | 30 |
| Luftdruck (hPa − 1000) | 11,9 | 9,0 | 22,2 | 12,1 | 4,2 | 3,7 | 4,2 | 5,7 | 8,8 | 12,5 | 17,9 | 24,1 | 24,5 | 17,7 | 11,3 | 7,2 | 4,6 |
| Bewölkung (%) | 52,9 | 51,8 | 66,9 | 49,9 | 43,2 | 42,2 | 47,5 | 49,7 | 52,1 | 53,6 | 66,2 | 71,8 | 62,7 | 59,4 | 45,2 | 45,0 | 40,0 |
- Mittelwerte der Jahre 1961–1990. Die Jahreszeiten bezeichnen jeweils ein ganzes Vierteljahr (Frühling: März bis Mai, Sommer: Juni bis August, Herbst: September bis November, Winter: Dezember bis Februar)[1]
Die Durchschnittsdaten einzelner Regionen weichen teilweise deutlich von den genannten ab. In den nördlichen und zentralen Regionen muss mit höheren Temperaturdifferenzen übers Jahr gerechnet werden als in den südlichen Küstengebieten. An der Ostküste ist es meist etwas wärmer als an der Westküste, da der Taebaek Sanmaek das Einfallen kalter Winde aus Sibirien hindert.
Bearbeiten Naturerscheinungen
Anders als das benachbarte Japan hat Korea wenig mit Naturkatastrophen zu kämpfen. So ereignen sich in Korea nur durchschnittlich 20 Erdbeben pro Jahr. Davon liegen im Mittel 9,2 Erdbeben pro Jahr über dem Wert 3,0 auf der Richterskala (entspricht der „Wahrnehmungsschwelle“ eines Erdbebens). In Japan hingegen zählt man pro Jahr rund 1200 Erdbeben mit Intensitäten größer 3,0 auf der Richterskala. In Südkorea gibt es auch keinen aktiven Vulkanismus. Vor allem in der Zeit zwischen Ende Juli und Anfang September ist jedoch mit Taifunen zu rechnen, die aber meistens ihre Kraft schon verlieren, noch ehe sie Korea erreichen. Von März bis Mai ist die Luft gelegentlich voll von feinem gelbem Wüstensand (kor. 황사 hwangsa), der aus China oder der Mongolei zusammen mit Schadstoffen herüberweht und sich wie eine Nebelglocke über das Land legt.
Bearbeiten Städte
- Siehe auch: Liste der Städte in Südkorea
Größte Stadt ist mit 10.349.312 Einwohnern die Hauptstadt Seoul im Nordwesten. Seoul und die umliegenden Städte bilden mit etwa 23 Millionen Einwohnern den vermutlich zweitgrößten Ballungsraum der Welt. Am anderen Ende des Landes liegt die zweitgrößte Stadt Busan (3.678.551 Einwohner) im äußersten Südosten der Halbinsel; sie hat einen der umschlagstärksten Häfen der Welt. Danach folgen die vor den Toren Seouls an der Westküste gelegene Hafenstadt Incheon (2.580.775 Einwohner) sowie das im südöstlichen Landesinneren befindliche Daegu mit 2.566.537 Einwohnern. Fünftgrößte Stadt ist das zentral gelegene Daejeon mit 1.475.220 Einwohnern, sechstgrößte Gwangju mit 1.416.937 Einwohnern im Südwesten. Anders als die zuvor genannten Städte sind Suwon (1.242.799 Einwohner), Goyang (1.195.590 Einwohner) und Seongnam (1.032.060 Einwohner) keine politisch einer Provinz gleichgestellten Gebilde, sondern gehören zur Provinz Gyeonggi-do. Sie liegen wie Incheon so nahe bei Seoul, dass sie inzwischen an dessen U-Bahnnetz angeschlossen wurden. Zehntgrößte Stadt ist das am südlichen Teil der Ostküste gelegene Ulsan mit 962.931 Einwohnern.
Bearbeiten Bevölkerung
- Hauptartikel: Koreaner
Südkorea hat rund 48,6 Millionen Einwohner, die Bevölkerungsdichte ist mit etwa 480 Personen pro Quadratkilometer hoch. Mehr als 80 Prozent aller Südkoreaner leben in Städten. Das Bevölkerungswachstum liegt bei etwa derzeit 0,4 Prozent jährlich; Prognosen sagen ab dem Jahr 2028 eine Schrumpfung der Bevölkerungszahl voraus. Die Südkoreaner haben eine sehr hohe Lebenserwartung, sie liegt bei 72 Jahren für Männer und 79,5 für Frauen. Beide Faktoren zusammen führen zu einer schnellen Alterung der Bevölkerung. Waren etwa 1999 nur 6,9 Prozent der Bevölkerung 65 oder mehr Jahre alt, so erreichte der Anteil dieser Altersgruppe im Jahre 2002 schon 7,9 Prozent.
Wie in anderen Ländern Asiens auch bevorzugt man in Südkorea traditionell männliche Nachkommenschaft. Obwohl der Einfluss dieser Einstellung abgenommen hat, ist der Anteil der Männer in der Bevölkerung höher als der der Frauen. Dies hat in der Vergangenheit häufig zu Besorgnis auf Seiten der Regierung geführt. Heute kommen auf 100 Frauen 101 Männer.
Die Gesamtbevölkerung Koreas, also die der heutigen Nord- und Südkoreas zusammen, ist in ethnischer Hinsicht weitgehend homogen. Weil Korea seit der Vereinigung durch das Silla-Reich im Jahr 668 bis zur Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg fast immer eine politische Einheit war, entwickelte sich auch eine weitgehend einheitliche Kultur mit nur geringen regionalen Unterschieden. Seit dem Ende des Koreakrieges setzte in Südkorea eine starke Migration aus ländlichen Gebieten in die Städte ein, insbesondere nach Seoul. Seit 1990 sind mehr die Vororte von Seoul die Zielregion, wo mit groß angelegten Bauprogrammen ganze Satellitenstädte hochgezogen wurden.
Die einzige größere Minderheit ist eine kleine chinesische Gemeinschaft, die etwa 200.000 Personen umfasst. Da Südkorea neben Japan die Asienkrise im Jahr 1997 am besten überstanden hat, ist eine große Zahl von Arbeitern aus anderen Teilen Asiens (Thailand, Philippinen und Indien) und sogar aus Afrika nach Südkorea eingewandert, um in den großen Fabriken Arbeit zu finden. Viele hiervon befinden sich jedoch illegal im Land. Durch die Beziehungen zu den USA seit der Nachkriegszeit haben sich mittlerweile auch viele US-Amerikaner angesiedelt, im Stadtteil Itaewon von Seoul prägen sie das Bild. Hier befindet sich unter anderem auch das „UN-Dorf“ nebst vielen Botschaften und ausländischen Unternehmen. Von 124.000 im Jahr 1995 stieg die Anzahl an registrierten Ausländer in Südkorea auf 470.000 im Jahr 2004.
Auf der anderen Seite wohnen viele Koreaner (hier als ethnische Gruppe gesehen) im Ausland, insbesondere in den USA und der Volksrepublik China, wo jeweils rund zwei Millionen Koreaner leben. Etwa 660.000 leben in Japan, etwa eine halbe Million lebt in Russland und den übrigen ehemaligen Sowjetrepubliken.
Bearbeiten Religionen
46 % der Südkoreaner bezeichnen sich als religionslos, Buddhisten und Christen stellen jeweils ca. 26 % der Bevölkerung, ein Prozent bekennt sich offiziell zur konfuzianischen Religion. Das letzte ungefähre Prozent nennt andere Religionen.
Der Schamanismus ist das ursprüngliche Glaubenssystem Koreas. Er ähnelt in vieler Hinsicht den schamanischen Bräuchen der benachbarten Länder und gründet auf den Glauben an Geister, die es zu beschwichtigen und von denen es Schutz zu erbitten gilt.
Der Buddhismus erreichte Korea von Indien aus über China und wurde im Jahre 372 in Goguryeo, 384 in Baekje und 528 in Silla Staatsreligion. Seine Blütezeit hatte er, als Silla beinahe die gesamte koreanische Halbinsel erobert hatte. Während der Joseon-Dynastie galt er dann jedoch als Wurzel der Korruption und wurde unterdrückt. Die Mönche zogen sich meist in die Berge zurück und der Buddhismus verlor an Einfluss, verschwand aber nie ganz. Buddhistische Schulen koreanischer Herkunft gibt es heute teilweise auch in den USA und in Europa.
Ab etwa 600 n. Chr. erlangte der Konfuzianismus in Korea zunehmende Bedeutung. Weniger eine echte Religion als vielmehr eine Gesellschaftsordnung, prägt diese Philosophie bis heute die koreanische Gesellschaft wesentlich. Da er aber erst seit 1995 offiziell als Religion anerkannt wird, gibt kaum ein Koreaner ihn heute als seine Religion an. Das ist vermutlich der Hauptgrund für die vergleichsweise hohe Religionslosigkeit in Südkorea.
Das Christentum in Korea breitete sich ab dem Jahre 1784 durch koreanische Intellektuelle aus, die mit ihm bei Besuchen in China in Kontakt gekommen waren. Lange Zeit wurde es gewaltsam unterdrückt, bis im Jahre 1882 Religionsfreiheit gewährt wurde. Insbesondere seit den 1960er Jahren erlebte das Christentum einen beispiellosen Aufstieg. Südkorea ist nach den Philippinen, die durch die mehr als 300 Jahre währende spanische Kolonisation mehrheitlich katholisch wurden, das asiatische Land mit dem höchsten Bevölkerungsanteil bekennenden Christen.
Bearbeiten Sprache und Schrift
Die koreanische Sprache ist in Südkorea offizielle Amts- und Schriftsprache. Anerkannte Minderheitensprachen gibt es nicht. Die koreanische Sprache wird von einigen Sprachwissenschaftlern zu den Altaisprachen gezählt, von anderen als isolierte Sprache angesehen. Möglicherweise ist sie mit dem Japanisch-Ryukyu näher verwandt. Koreanisch sprechen weltweit ca. 78 Millionen Menschen. Die Unterschiede zwischen den regionalen Dialekten sind marginal, mit Ausnahme des auf Jejudo gesprochenen Dialekts. Für viele Begriffe hat die Sprache sowohl ein rein koreanisches als auch ein dem Chinesischen entlehntes (sinokoreanisches) Wort. Darüber hinaus werden heute viele englische Wörter in die koreanische Sprache übernommen.
Englisch wird als Zweitsprache von der Primarschule an unterrichtet. Später werden auch Chinesisch oder Japanisch gelehrt. Die europäischen Sprachen Deutsch, Französisch und Spanisch werden ebenfalls angeboten, ihre Bedeutung sinkt aber in letzter Zeit etwas.
Die koreanische Schrift Hangeul ist eine Alphabetschrift mit 51 Buchstaben, 24 einfachen und 27 zusammengesetzten. Diese Buchstaben werden silbenweise zu Blöcken kombiniert, wodurch der Eindruck entstehen kann, sie sei ähnlich komplex wie beispielsweise die chinesische Schrift. Tatsächlich ist die Schrift sehr logisch aufgebaut. Die chinesische Schrift, in Korea Hanja genannt, war in Korea bis zum Ende der japanischen Besatzungszeit im Jahre 1945 Amtsschrift, trotz der Einführung der Hangeul-Schrift durch Großkönig Sejong im 14. Jahrhundert. Chinesische Zeichen haben im heutigen Alltagsgebrauch eine deutlich geringere Bedeutung als in Japan. In koreanischen Veröffentlichungen werden zum Teil Wörter in Hangeul durch ihre in Klammern gesetzten Entsprechungen in Hanja ergänzt, um besonders bei Homonymen die Bedeutung festzulegen. Veröffentlichungen, die ausschließlich Hanja verwenden, sind aber die Ausnahme. An südkoreanischen Schulen lernen die Schüler heute rund 1800 Hanja-Zeichen, auf Universitäten kommen weitere Zeichen aus dem Bereich der eingeschlagenen Fachrichtung dazu. Allgemein geht der Gebrauch von Hanja aber zurück.
Bearbeiten Geschichte
- Hauptartikel: Geschichte Südkoreas – Die Geschichte vor dem Zweiten Weltkrieg ist unter Korea zu finden.
Bearbeiten Unabhängigkeit von Japan
Am 22. August 1910 annektierte Japan Korea. Diese Besatzung endete erst mit der Kapitulation Japans am 15. August 1945. Auf der Konferenz von Jalta 1945 beschloss man, die koreanische Halbinsel nach der Kapitulation Japans vorübergehend entlang des 38. Breitengrades zu teilen. Nach dem Abzug der japanischen Soldaten aus Korea sollte die Verwaltung des Landes bis zur Bildung einer gesamtkoreanischen Regierung von den USA und der Sowjetunion übernommen werden. Zu dieser Regierungsbildung kam es jedoch nie, es wurde nur die Kapitulation und Entwaffnung der Japaner durchgeführt.
Stattdessen errichteten die Sowjetunion im Norden bzw. die USA im Süden Militärregierungen. Als im Jahre 1947 die Generalversammlung der Vereinten Nationen beschloss, in Korea Wahlen abzuhalten, lehnte dies jedoch die Sowjetunion ab. Daher fanden die Wahlen im Mai 1948 nur im Süden statt. Am 15. August 1948 kam es dann zur Staatsgründung der Republik Korea. Wie auch das in Pjöngjang gegründete Nordkorea sah man sich als einzige rechtmäßige Regierung der gesamten koreanischen Halbinsel und kündigte an, darum auch kämpfen zu wollen.
Mitte des Jahres 1949 waren Russen und Amerikaner aus Korea abgezogen. Nordkorea konnte mit Hilfe der Sowjetunion und Chinas seine Industrie schneller aufbauen als Südkorea. Dies lag daran, dass die Industrie von den Japanern während ihrer Besatzungszeit vor allem im rohstoffreicheren Norden angesiedelt wurde; Im Süden dagegen wurde die Landwirtschaft ausgebaut und gefördert (siehe auch Korea unter japanischer Herrschaft). Daher und dank der tatkräftigen Hilfe der Sowjetunion war Nordkorea auch schneller in der Lage, eine schlagkräftige Armee aufzubauen.
Bearbeiten Der Koreakrieg
- Hauptartikel: Koreakrieg
Am 25. Juni 1950 überschritt die Nordkoreanische Volksarmee die Grenze am 38. Breitengrad und leitete damit den Koreakrieg ein. Der amerikanische Präsident Harry S. Truman hatte bereits wieder einige Truppen nach Südkorea geschickt, die jedoch keinesfalls stark genug waren, die materielle Überlegenheit der nordkoreanischen Truppen über die südkoreanische Armee auszugleichen. Die Hauptstadt Seoul fiel bereits nach drei Tagen, etwa einen Monat später kontrollierten die Nordkoreaner bereits die gesamte koreanische Halbinsel bis auf einige Inseln und einen schmalen Streifen um Busan im Südosten. Erst hier gelang es den Südkoreanern, die Lage zu stabilisieren.
Mit der Landung bei Incheon Mitte September 1950 gelang es den UN-Truppen, den Vormarsch der Nordkoreaner zu beenden. Am 30. September überschritten die Truppen Südkoreas den 38. Breitengrad, um Korea unter eigener Flagge wiederzuvereinigen. Im November erreichte man erste Abschnitte des Grenzflusses Yalu zu China. Die Chinesen wollten ein vereinigtes Korea unter amerikanischem Einfluss nicht dulden und griffen mit einer zunächst 300.000 Soldaten umfassenden „Freiwilligenarmee” in Nordkorea ein. Die UN-Truppen wurden schließlich bis südlich des 38. Breitengrades zurückgedrängt, wo die Front erstarrte.
Der Waffenstillstand wurde am 27. Juli 1953 beschlossen, unterzeichnet von den UN, Nordkorea und China. Syngman Rhee, der Präsident Südkoreas, weigerte sich, den Vertrag zu unterzeichnen. Man verfügte die Einrichtung einer demilitarisierten Zone etwa entlang dem 38. Breitengrad. Die demilitarisierte Zone ist auch heute noch die Grenze zwischen beiden koreanischen Staaten. Ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht unterzeichnet, obwohl die Absicht dazu mehrfach bekundet wurde.
Die Folgen des Koreakriegs waren dramatisch. Die Schätzungen der Anzahl getöteter Koreaner schwanken zwischen einer und drei Millionen; weit mehr noch waren vertrieben worden. Die koreanische Infrastruktur lag in Schutt und Asche. Mindestens genauso schlimm waren die psychologischen Folgen. Die Angst vor einer erneuten Invasion beeinträchtigt die Politik beider Staaten bis heute, wenn auch zusehends weniger.
Bearbeiten 1950er Jahre nach dem Koreakrieg
Nach dem Koreakrieg ging es trotz westlicher Entwicklungshilfe wirtschaftlich mit Südkorea kaum aufwärts. Als Land ohne größere Bodenschätze war Südkorea auf Importe angewiesen, auch waren die wenigen Industrieanlagen und die gesamte Infrastruktur zerstört. Dass es zunächst nur schleppend voranging, ist zu einem Großteil Folge der Misswirtschaft des Präsidenten Rhee Syng-man. Er sicherte sich bei den folgenden Wahlen durch Verhaftungen unter Oppositionellen und mehrere Verfassungsänderungen seine Wiederwahl. Die wirtschaftliche Entwicklung blieb danach enttäuschend, die Korruption war eklatant und der Regierungsstil von Rhee wurde immer autokratischer. Im Jahre 1960 kam es monatelang und landesweit zu Studenten-Demonstrationen gegen ihn, sie fanden immer mehr Unterstützung in der Bevölkerung. Am 26. April 1960 trat Rhee schließlich zurück.
Bearbeiten Militärregierungen
Nachdem auch eine parlamentarische Regierung die Probleme des Landes nicht in den Griff bekam, putschte sich am 16. Mai 1961 das Militär unter der Führung von General Park Chung-hee an die Macht. Man ließ in der Folgezeit zwar Wahlen zu, sie blieben jedoch praktisch folgenlos. Wesentliche demokratische Rechte wie Meinungs- und Pressefreiheit wurden versagt und Oppositionelle gefoltert und ermordet, so dass Südkorea faktisch eine Militärdiktatur unter Park Chung-hee war.
Währenddessen machte Südkorea jedoch wesentliche wirtschaftliche Fortschritte. Eine enge Verbindung zwischen Politik und Wirtschaft machte es möglich, Großindustrien aus dem Boden zu stampfen. Südkorea wandelte sich in dieser Zeit zu einem modernen, exportorientierten Industriestaat. Dadurch verbesserte sich auch der Lebensstandard der Koreaner. Das Bildungswesen wurde verbessert und breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht, das so genannte Saemaul-Programm hob die Lage der Landbevölkerung. Park gilt daher heute gemeinhin als Architekt der koreanischen Wirtschaft.
1968 und 1975 versuchten nordkoreanische Agenten, Park zu ermorden; dem zweiten Attentat fiel seine Frau zum Opfer. Sein Ende kam unerwartet am 26. Oktober 1979, als Park vom eigenen Geheimdienstchef Kim Chae-kyu erschossen wurde.
Bearbeiten Die 1980er Jahre
Der Premierminister Choi Kyu-ha wurde zunächst Interimspräsident und ging aus der Wahl durch ein Wahlgremium am 6. Dezember 1979 als Sieger hervor. Doch schon am 12. Dezember putschte das Militär unter Führung von General Chun Doo-hwan erneut gegen die Regierung. Große Unsicherheit bestimmte das Jahr 1980. Menschen aus allen Bereichen forderten echte Demokratie, Demonstrationen erfassten das ganze Land. Das Militär fürchtete aufgrund der unruhigen Lage eine Invasion des Nordens und griff deshalb besonders hart durch. In einer der Protesthochburgen, in Gwangju, wurde im Mai 1980 ein Exempel statuiert und der Aufstand brutal niedergeschlagen. Laut einer Ende der 1990er Jahre durchgeführten Untersuchung über den heute als Gwangju-Massaker oder Gwangju-Demokratie-Aufstand bekannten Vorfall starben 207 Zivilisten, mehrere tausend wurden verletzt.
Allmählich gelang es Chun, die Lage zu beruhigen. Die wirtschaftliche Entwicklung nahm erneut Fahrt auf und die Lebensqualität der Koreaner stieg deutlich an. Trotzdem wurden die Forderungen nach Demokratie immer lauter. Es kam oft zu Demonstrationen und Streiks, die teilweise unterdrückt wurden. Chun ermöglichte den ersten friedlichen Machtwechsel seit der Gründung Südkoreas, indem er am Ende seiner Amtszeit 1988 zurücktrat.
Bei einem Bombenanschlag im Norden von Rangun in Myanmar wurden am 9. Oktober 1983 19 Personen getötet, darunter vier Kabinettsmitglieder der Regierung Chun: Kim Jae-ik, Suh Sook-joon, Hahn Pyong-choon und Außenminister Lee Bum-suk. Chun Doo-hwan entging dem Attentat, da er verspätet am Ort des Anschlags eintraf. Nach einer Untersuchung beschuldigte man Nordkorea offiziell des Anschlags.
Bearbeiten Demokratie
Chuns potenzieller Nachfolger, der Ex-General Roh Tae-woo, bot im Sommer 1987 überraschend an, die Verfassung zugunsten echter demokratischer Reformen zu ändern. So wurde der Präsident im November 1987 zum ersten Mal seit 1961 wieder direkt durch die Bevölkerung gewählt und seine Amtszeit auf 5 Jahre verkürzt. Die beiden Oppositionsführer Kim Young-sam und Kim Dae-jung konnten sich jedoch nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen und kandidierten gegeneinander. Weil die Opposition damit gespalten war, genügten Roh bloße 37 % der Stimmen, um die Wahl zu gewinnen.
Während der Amtszeit Rohs machte die Demokratie in Südkorea deutliche Fortschritte, es wurden viele Reformen beschlossen. 1988 war Südkorea Gastgeber der Olympischen Sommerspiele. Südkorea nahm mit ehemaligen Ostblockstaaten diplomatische Beziehungen auf. Zusammen mit Nordkorea trat das Land 1991 den Vereinten Nationen bei. Nach dem Abzug von etwa 100 amerikanischen taktischen Atomwaffen im September 1991 schlossen am 13. Dezember 1991, 38 Jahre nach dem vorläufigen Ende des Koreakriegs durch einen bloßen Waffenstillstand, Nord- und Südkorea einen Nichtangriffspakt.
Weil seine Partei mit der Roh Tae-woos ein konservatives Bündnis gründete, konnte sich Kim Young-sam bei der Wahl im Jahr 1992 gegen Kim Dae-jung durchsetzen. Ein Schwerpunkt seiner Politik war der Kampf gegen die Korruption und die Aufklärung staatlichen Fehlverhaltens. Dabei wurden die ehemaligen Präsidenten Chun Doo-hwan und Roh Tae-woo wegen des Staatsstreichs und des Gwangju-Massakers im Jahr 1980 verurteilt, Chun sogar zum Tode. Beide wurden aber später begnadigt.
Im November 1997 erfasste die Asienkrise Südkorea. Nachdem das Land wirtschaftlich lange Zeit mit zweistellige Zuwachsraten geglänzt hatte, schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im Jahre 1998 um 6,7 % und die Landeswährung, der Won, verlor stark an Wert. Mit Hilfe eines Kredites des IWFs konnte die Krise jedoch überwunden werden, schon im Jahre 1999 wuchs das BIP wieder um mehr als 10 %.
Bearbeiten Annäherung an Nordkorea
Bei der Wahl am 18. Dezember 1997 konnte sich Kim Dae-jung durchsetzen. Der Hauptpunkt seiner Politik war die Aussöhnung mit Nordkorea, die so genannte Sonnenscheinpolitik. Man schuf wieder zwei während des Koreakriegs unterbrochene Eisenbahnstrecken; die erste Testfahrt fand jedoch erst am 17. Mai 2007 statt. [2] Man gründete ein gemeinsames Industriegebiet, Kaesŏng. Höhepunkt dieser Politik war ein Treffen Kim Dae-jungs mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong-il in Pjöngjang im Juni 2000. Für diese Politik wurde Kim Dae-jung noch im selben Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Im Jahr 2002 richtete Südkorea zusammen mit Japan die 17. Fußball-Weltmeisterschaft aus. Es war das erste Mal, dass zwei Länder gemeinsam Gastgeber dieser Sportveranstaltung wurden, angesichts der gespannten Beziehungen zu Japan umso bedeutsamer. Der Erfolg der südkoreanischen Fußballnationalmannschaft war eine der großen Überraschungen dieses Turniers, sie belegte den vierten Platz.
Aus der Präsidentschaftswahl am 19. Dezember 2002 ging der derselben Partei wie Kim Dae-jung angehörende Roh Moo-hyun als Sieger hervor. Er versuchte, die Politik Kim Dae-jungs gegenüber Nordkorea fortzuführen. Er setzte sich für mehr Transparenz innerhalb der Wirtschaft ein und setzte die Reformen im Bildungs- und Steuerbereich fort. Viel Kritik erntete er für seine Entscheidung im September 2004, mehrere tausend Soldaten der Zaytun-Einheit in den Irak zu entsenden. Sie sind in der vorwiegend von Kurden bewohnten nordirakischen Stadt Arbil stationiert und betreiben dort unter anderem ein öffentliches Krankenhaus.
Auch Roh Moo-hyun reiste kurz vor dem Ende seiner Amtszeit vom 2. bis zum 4. Oktober 2007 zu einem Staatsbesuch nach Nordkorea. Dabei unterzeichnete er zusammen mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-il unter anderem eine Absichtserklärung, Verhandlungen über einen Friedensvertrag aufnehmen zu wollen. Dieser soll das Waffenstillstandsabkommen zur Beendigung des Koreakriegs von 1953 ersetzen. Darüber hinaus soll es öfter zu Gipfeltreffen dieser Art kommen. [3]
Bearbeiten Politik
Bearbeiten Innenpolitik
Am 17. Juli 1948 wurde die erste Verfassung Südkoreas beschlossen. Im Zuge der politischen Umwälzungen wurde sie insgesamt neun Mal überarbeitet, zuletzt am 29. Oktober 1987. Diese Überarbeitung war ein wichtiger Schritt zur Demokratisierung des Landes. Unter anderem wurden dabei die Macht des Präsidenten beschränkt und die Befugnisse der Legislative erweitert. Auch die Menschenrechte waren danach besser geschützt als zuvor.
Die derzeit gültige Verfassung umfasst eine Präambel, 130 Artikel und sechs Zusatzbestimmungen. Sie ist in zehn Kapitel unterteilt: „Allgemeine Bestimmungen“, „Rechte und Pflichten der Bürger“, „Nationalversammlung“, „Exekutive“, „Rechtswesen“, „Verfassungsgericht“, „Wahlen“, „Kommunalverwaltung“, „Wirtschaft“ sowie „Verfassungsänderungen“. Sie sichert die Souveränität des Volkes, verfügt die Gewaltentrennung, bekundet Ziele wie die friedliche und demokratische Wiedervereinigung mit Nordkorea, fordert das Streben nach Frieden und zur Zusammenarbeit auf internationaler Ebene ebenso wie die Verpflichtung des Staates, für das Gemeinwohl zu sorgen. Eine Verfassungsänderung erfordert eine Zweidrittelmehrheit in der Nationalversammlung und muss außerdem durch eine einfache Mehrheit einer Volksabstimmung bestätigt werden.
Das Staatsoberhaupt der koreanischen Republik ist der direkt vom Volke gewählte Präsident. Der Präsident wird für jeweils fünf Jahre gewählt und kann nicht wiedergewählt werden. Er ist der höchste Vertreter der Republik und vertritt diese nach innen und außen. So empfängt er ausländische Diplomaten, verleiht Orden und kann Begnadigungen aussprechen. Er steht auch an der Spitze der Verwaltung und setzt in dieser Funktion von der Nationalversammlung beschlossene Gesetze in Kraft, er ernennt den Ministerpräsidenten. Er ist Befehlshaber der Armee und kann den Krieg erklären. Amtierender Präsident ist Lee Myung-bak.
Der Premierminister wird vom Präsidenten ernannt. Er leitet die Regierung. Das Kabinett besteht aus mindestens 15 und höchstens 30 Mitgliedern, es wird ebenfalls vom Präsidenten zusammengestellt. Sowohl Premierminister als auch Kabinettsmitglieder müssen vom Parlament bestätigt werden. Das südkoreanische Parlament hat nur eine Kammer und wird Gukhoe (Nationalversammlung) genannt. Die Parlamentarier werden für vier Jahre gewählt. Das Parlament besteht aus 299 Abgeordneten, von denen 243 direkt gewählt werden. Die übrigen 56 Sitze werden unter denjenigen Parteien verteilt, die mindestens 3 % der Stimmen erhalten haben. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass die Mitglieder des Parlaments eher nationale als regionale Interessen vertreten. Amtierender Premierminister ist Han Seung-soo.
Das dritte wichtige Organ im System Südkoreas ist das Verfassungsgericht. Es überwacht die Arbeit der Regierung und entscheidet im Falle von Misstrauensanträgen und Ähnlichem. Das Gericht besteht aus neun Obersten Richtern. Der Präsident persönlich ernennt drei Richter für den obersten Gerichtshof. Das Parlament bestimmt weitere drei Richter, muss diese aber vom Präsidenten bestätigen lassen. Die letzten drei Richter werden vom Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs ernannt.
Die letzten Wahlen zur Nationalversammlung fanden am 9. April 2008 statt.
Bearbeiten Menschenrechtssituation
Die Politik und auch das Leben in Südkorea wurden in der Vergangenheit in großem Maße von der Angst vor einer neuen Invasion Südkoreas durch Nordkorea bestimmt, in den letzten Jahren jedoch deutlich weniger. Trotzdem ist es Südkoreanern durch das Nationalen Sicherheitsgesetz (국가 보안법 gukga boanbeop) verboten, Kontakt nach Nordkorea aufzunehmen. Auch darf Nordkorea in der Öffentlichkeit nicht gelobt oder für Nordkorea geworben werden. Das Gesetz wurde am 1. Dezember 1948 beschlossen, 1963 und 1980 geändert und ist bis heute in Kraft. Es wurde vor der Demokratisierung als Gummiparagraph zur Unterdrückung politischer Opposition missbraucht, denn es ist inhaltlich sehr unbestimmt, und sieht auch schon für regierungsfeindliche Äußerungen, Besitz und Weitergabe regierungsfeindlichen Materials, Mitgliedschaft in regierungsfeindlichen Organisationen und Nichtanzeige derartiger Straftatbestände Strafen bis hin zur Todesstrafe vor. Das Verfassungsgericht hat das Gesetz im August 2004 überprüft und für verfassungskonform erklärt, die Nationale Menschenrechtskommission im September desselben Jahres hingegen deren Abschaffung empfohlen. Präsident Roh sprach sich gleichfalls für seine Abschaffung aus. Der deutsche Staatsbürger und Exilkoreaner Prof. Song Du-yul wurde im März 2004 aufgrund des Gesetzes zu sieben Jahren Haft verurteilt, die in der nächsten Instanz in eine Bewährungsstrafe umgewandelt wurde. Nach Informationen von Amnesty International waren im Dezember 2004 mindestens neun Personen aufgrund dieses Gesetzes inhaftiert, sechs von ihnen Mitglieder der verbotenen pro-nordkoreanischen Studentenorganisation Hanchongnyeon.
Wie in allen ostasiatischen Ländern wurde die Todesstrafe bis heute nicht abgeschafft. Im Jahr 2006 wurde eine Person zum Tode verurteilt, nach Angaben von Amnesty International saßen im Juni 2006 63 zum Tode verurteilte Gefangene in südkoreanischen Gefängnissen ein.[4] Jedoch hält man seit 1998 ein inoffizielles Hinrichtungsmoratorium ein, weswegen keine Todesstrafen mehr vollstreckt werden. Auch gibt es zunehmende Bestrebungen, die Todesstrafe abzuschaffen. Zwar wird die Abschaffung von der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnt, jedoch haben im Dezember 2004 175 der 299 Mitglieder des Parlaments einen Gesetzesvorschlag gegen die Todesstrafe unterschrieben.[5] Anfang 2006 gab das Justizministerium bekannt, eine Studie über die Folgen der Abschaffung durchführen zu wollen.[6]
Bearbeiten Außen- und Sicherheitspolitik
Leitlinie der südkoreanischen Außenpolitik ist die strategische Partnerschaft zu den Vereinigten Staaten, wegen der gemeinsamen Wahrnehmung Nordkoreas als Bedrohung. Die Vereinigten Staaten sehen Südkorea als einen ihrer wichtigsten Verbündeten überhaupt und vergeben dorthin große Beträge an so genannter „militärischer Entwicklungshilfe“. Die USA haben in Südkorea auch große Truppenkontingente stationiert. Daneben prägt die Außenpolitik Südkoreas ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Japan.
Bearbeiten Beziehungen zu Nordkorea
Die Beziehungen zu Nordkorea haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert.
Nach dem Ende des Koreakrieges war die Angst vor einer erneuten Invasion des Nordens sehr groß. Noch in den 1980er Jahren wurden regelmäßig Probealarme durchgeführt, die das gesamte öffentliche Leben miteinbezogen. Vor dem Hintergrund der terroristischen Aktivitäten des Nordens war dies nachvollziehbar. Im Oktober 1983 verübten nordkoreanische Agenten ein Attentat auf eine südkoreanische Regierungsdelegation in der damaligen burmesischen Hauptstadt Rangun. Präsident Chun Doo-hwan überlebte, der Außenminister und 16 andere Südkoreaner wurden getötet. 1988 platzierte der nordkoreanische Geheimdienst eine Bombe in einem südkoreanischen Passagierflugzeug, das daraufhin über dem Indischen Ozean explodierte. 115 Menschen wurden dabei getötet. Dass ein erneuter Krieg nicht unwahrscheinlich war, zeigen z. B. auch Tunnel von mehreren Kilometern Länge, die von Nordkorea aus unter der Demilitarisierten Zone hindurch getrieben wurden. Diese auf südkoreanischer Seite noch verdeckten Tunnel sollten es im Kriegsfall ermöglichen, rasch und unbemerkt Infanterie in das südkoreanische Hinterland einzuschleusen. Bis heute wurden insgesamt vier Tunnel entdeckt, die Existenz noch weiterer wird vermutet.
Mit dem Ende der Militärdiktatur im Jahre 1988 und mit dem wirtschaftlichen Abstieg Nordkoreas ließ die Angst vor einer erneuten Invasion aber mehr und mehr nach. Da nach dem Koreakrieg nur ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen wurde, befinden sich beide Staaten aber offiziell auch heute noch im Kriegszustand miteinander
Kim Dae-jung gelang es, einige gemeinsamen Projekte mit dem Norden zu begründen. So gibt es heute das Industriegebiet Kaesŏng auf nordkoreanischer Seite, in dem südkoreanische Firmen mit nordkoreanischen Arbeitskräften produzieren. Auch die Gyeongui-Linie, eine Eisenbahnstrecke von Seoul über Pjöngjang nach Sinŭiju an der chinesischen Grenze, wurde wiederhergestellt, sie verkehrt allerdings vorerst nur von Seoul bis zur innerkoreanischen Grenze. Im Jahr 2000 kam es zu einem historischen Treffen zwischen dem damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-jung und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-il in Pjöngjang. Doch musste Kim Dae-jung im Jahr 2002 eingestehen, im Vorfeld des Treffens rund 100 Millionen Dollar an die nordkoreanische Regierung gezahlt zu haben.
Die Wiedervereinigung mit dem Norden bleibt politisch ein akutes Thema; die Erfahrungen der deutschen Wiedervereinigung haben Befürchtungen geweckt, dass Südkorea die Kosten nicht würde tragen können, selbst wenn das nominale Bruttoinlandsprodukt Südkoreas mittlerweile das dreizehntgrößte der Welt ist. In Nordkorea leben 22.912.177 Einwohner auf einer Fläche von 122.762 km², im Süden sind es 48.640.671 Einwohner auf einer Fläche von 99.392 km². Wegen des vergleichsweise viel stärkeren Gewichts des anderen Staates, nach Fläche wie nach Bevölkerungszahl, wären voraussichtlich noch höhere Transferzahlungen zu leisten als nach der Wiedervereinigung Deutschlands.
Zu Beginn seiner Amtszeit äußerte Präsident Roh Moo-hyun, er könne eher mit einem atomar bewaffneten Nordkorea leben als mit einem kollabierenden Norden.[7] Diese politische Inkorrektheit musste er zwar zurücknehmen, aber er dürfte damit die Einstellung vieler Südkoreaner wiedergegeben haben. Zudem gibt es Zweifel, ob die beiden Staaten nicht schon zu lange voneinander getrennt sind. Während im geteilten Deutschland immerhin noch gegenseitige Besuche, Briefkontakte und Telefongespräche stattfanden, sind die beiden koreanischen Staaten praktisch vollständig voneinander isoliert. Abgesehen von einigen wenigen Familientreffen in den letzten Jahren gab es keinerlei Kontakte; die meisten Familien wissen nicht einmal, ob ihre im anderen Staat wohnenden Verwandten überhaupt noch leben.
Bearbeiten Beziehungen zu Japan
Auch 60 Jahre nach dem Ende der Besatzung sind die Beziehungen zu Japan noch immer belastet. Antijapanische Ressentiments sind weit verbreitet, manche Südkoreaner lehnen zumindest alles offensichtlich Japanische ab. Hauptgrund sind die schmerzhaften Erinnerungen an die japanische Besatzungszeit, die zudem in Japan, anders als in Deutschland oder Österreich, nicht aufgearbeitet wurden. Offizielle Geschichtsbücher in Japan stellen die Besetzung noch immer sehr einseitig dar, so werden vor allem die Verbesserungen der Infrastruktur und Industrie betont, während die Unterdrückung der Koreaner und ihrer Kultur verschwiegen wird. Viele Japaner sind sich der Geschehnisse der Vergangenheit kaum bewusst und verstehen die Gründe für die Anfeindungen aus Südkorea nicht.
Proteste in Südkorea wurden in der Vergangenheit vor allem dann laut, wenn Japan seine Ansprüche auf die auch von Südkorea beanspruchten Liancourt-Felsen bekräftigte oder wenn hohe Regierungsmitglieder Japans wieder einmal den Yasukuni-Schrein besuchten, wo auch verurteilte Kriegsverbrecher geehrt werden. In den letzten Jahren forderten auch viele ehemalige Zwangsprostituierte, die der Japanischen Armee in Kriegsbordellen als so genannte Trostfrauen dienen mussten, Entschädigungen.
Bearbeiten Militär
Die Streitkräfte der Republik Korea verfügen über knapp 685.000 Männer und Frauen in vier Teilstreitkräften und zwei paramilitärischen Organisationen, deren strategisches Kernstück das Heer ist. Im Jahre 2005 betrug das Verteidigungsbudget umgerechnet ungefähr 21 Mrd. US-Dollar. Damit leistet sich das Land das fünft- oder sechstgrößte Militär der Welt. Auch die anderen Staaten Ostasiens haben starke Streitkräfte, gemessen an der Zahl der Soldaten (VR China, Nordkorea, Russland), ihrem Verhältnis zur Bevölkerungszahl (Nordkorea, Taiwan) oder an der Größe des Verteidigungshaushaltes (Japan). In Südkorea sieht man sich am meisten durch Nordkorea bedroht.
Das Oberkommando haben im Kriegsfall die USA inne, nach einem Beschluss von 2007 soll es aber ab April 2012 an Südkorea fallen.[8] In Südkorea herrscht eine strenge Wehrpflicht für Männer mit einer Dienstzeit von 24 bis 28 Monaten. Die südkoreanischen Streitkräfte kooperieren eng mit dem Großverband der USA in Korea. Rund 200 Soldaten (Sanitätsdienst und Pionierwesen) sind derzeit im Rahmen der Operation Enduring Freedom in Afghanistan stationiert.
Bearbeiten Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Südkoreas
Südkorea ist politisch gegliedert in eine Besondere Stadt:
- Seoul (auf der Karte 1),
in sechs selbstständige Großstädte:
sowie in neun Provinzen:
- Chungcheongbuk-do (10), Chungcheongnam-do (11), Gangwon-do (9), Gyeonggi-do (8), Gyeongsangbuk-do (14), Gyeongsangnam-do (15), Jeju-do (16), Jeollabuk-do (12) und Jeollanam-do (13).
Bearbeiten Bildung
Durch den großen Einfluss des Konfuzianismus wird der Bildung in Korea traditionell ein sehr hoher Wert beigemessen. Auch heute ist das spürbar, wo die Ausbildung wesentlich den späteren sozialen Status bestimmt. Moderne Schulen wurden in Korea in den 1880ern eingeführt. Mit der Gründung Südkoreas begann die Regierung, ein modernes Schulsystem nach westlichem Vorbild zu errichten. Heute weist Korea eine der höchsten Alphabetisierungsraten weltweit auf, und die gut ausgebildete Bevölkerung wird als einer der wesentlichen Gründe für den starken wirtschaftlichen Aufschwung in der Vergangenheit angesehen. Das koreanische Bildungssystem ist stark zentralisiert. Die für das Bildungssystem verantwortliche Institution ist das "Ministerium für Bildung und die Entwicklung von Humanressourcen".
Das koreanische Bildungssystem ist in den letzten Jahren aber auch zunehmend in die Kritik geraten. Insbesondere wird der große Leistungsdruck in der High School kritisiert. So ist es für Schüler dieser Schulen (ähnlich wie in Japan) nicht unüblich, dass sie einen 12-Stunden-Tag haben und mehrere Hagwon genannte Paukschulen besuchen. Die Abschlussprüfung ist entscheidend dafür, welche Universität man besuchen kann. Diese wiederum ist maßgeblich für die späteren Berufschancen und den sozialen Status. Am Tag der Prüfung fahren viele Menschen später zur Arbeit, um die Schüler nicht im Berufsverkehr stecken bleiben zu lassen; sogar Flugzeugstarts müssen zu bestimmten Zeitpunkten unterbleiben.[9]
Bearbeiten Das Schulsystem
Die Vorschulausbildung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Gab es im Jahre 1980 landesweit nur 901 Vorschulen, so stieg deren Zahl bis 2003 auf 8.292. Seit 1999 werden Kindergartenplätze für Kinder aus sozial schwachen Familien vom Staat bezuschusst. 2002 wurde das Programm erweitert, um 20 % der fünfjährigen Kindergartenkinder komplett von den Gebühren zu befreien.
Das Schulsystem gliedert sich in eine sechsjährige Grundschule (초등학교, chodeunghakgyo), eine dreijährige Mittelschule (중학교, junghakgyo) sowie eine dreijährigen High School (고등학교, godeunghakgyo). Der Besuch der Grundschule und seit 2002 auch der Mittelschule ist verpflichtend, nahezu alle Schüler wechseln anschließend auf die High School (99,7 % aller Schüler im Jahr 2004). In Grundschulklassen gibt es im Durchschnitt 26,2 Schüler pro Lehrer (Stand: 2002). An der Mittelschule unterrichtet ein Lehrer im Durchschnitt 19 Schüler (Stand: 2004). Die durchschnittliche Klassengröße insgesamt stand 2003 bei 34,5 Schülern.
Es gibt zwei Arten von High Schools, eine allgemeinbildende, auf ein Hochschulstudium vorbereitende (인문계 고등학교, inmun-gye godeunghakgyo genannt), sowie eine berufsvorbereitende High School (실업계 고등학교, sireobgye godeunghakgyo), von der wiederum vier Unterarten existieren, die speziell auf die Themenbereiche Landwirtschaft, Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften sowie Meereskunde vorbereiten. Der Lehrplan an diesen Schulen enthält zwischen 40 und 60 Prozent Fächern aus diesem Bereich, der Rest gilt der Allgemeinbildung. Auch einige der allgemeinbildenden High Schools haben sich auf bestimmte Bereiche wie Kunst, Sport, Wissenschaft oder Fremdsprachen spezialisiert. 2004 gab es 729 berufsvorbereitende High Schools mit 514.550 Schülern und 1.351 allgemeinbildende High Schools mit 1,23 Millionen Schülern. Rund 97 % eines Jahrgangs schließen die High School erfolgreich ab; mit diesem Wert liegt Südkorea weltweit an der Spitze.[10]
Bearbeiten Hochschulen
Korea kennt ein differenziertes Hochschulsystem. Universitäten und Colleges bieten vierjährige Bachelor-Studiengänge an (sechsjährig für Medizin und Zahnmedizin). Dem können weiterführende Studiengänge zur Promotion folgen. An eigenen Hochschulen (vierjährig) findet die Lehrerbildung statt, daneben existieren berufsvorbereitende Colleges (zwei- oder vierjährig), Fernuniversitäten, sowie mehrere Schulen mit Universitätsstatus, die zwei- oder vierjährige Studiengänge anbieten. 2004 gab es in Südkorea insgesamt 411 Institutionen der höheren Bildung mit zusammen 3,56 Millionen Studenten und rund 64.000 Lehrkräften. Eine Besonderheit sind spezielle Universitäten nur für Frauen; diese stammen aus der Zeit, als die anderen Universitäten allein den männlichen Studenten zugänglich waren, sie wurden teilweise von christlichen Missionaren gegründet. Universitäten exklusiv für Männer gibt es heute aber keine mehr. Ein Teil der Hochschulen sind Staatsgründungen, andere private. Die bekannteste staatliche ist die Staatliche Universität Seoul, von den privaten sind die Yonsei University und die Korea University hoch angesehen. (Weitere Universitäten zeigt die Kategorie:Universität in Südkorea.)
Bearbeiten Infrastruktur
Bearbeiten Schienenverkehr
Die erste Eisenbahnverbindung in Korea war ein Teilstück der Gyeongin-Linie, die Seoul mit dem nahen Incheon verbindet und am 18. September 1899 eröffnet wurde. Die Gyeongbu-Linie von Seoul nach Busan wurde am 1. Januar 1905 eröffnet, diese ist auch noch heute die wichtigste Strecke Südkoreas. Das Streckennetz umfasst heute 78 Routen und weist eine Gesamtlänge von 3.389 Kilometern auf. Die staatliche Eisenbahngesellschaft KORAIL besaß im Juli 2005 3.935 Lokomotiven, darunter auch 920 Lokomotiven für den Hochgeschwindigkeitsbetrieb, sowie 15.062 Wagons. 1.192 von diesen sind Personenwagen, bei nahezu allen übrigen handelt es sich um Güterwaggons.
Es gibt vier Klassen von Personenzügen. Der Nahverkehr wird durch die sog. Tongil (통일호, Wiedervereinigung) bedient. Die nächsthöhere Klasse sind die so genannten Mugunghwa (무궁화호, Sharonrose), die beliebteste Klasse. Noch seltener halten die Saemaeul-Züge (새마을호, Neue Gemeinde), die auch mehr Komfort bieten.
Seit 2004 gibt es außerdem einen auf dem französischen TGV basierenden Hochgeschwindigkeitszug namens Korea Train Express (KTX), der die Strecken Seoul-Busan und Seoul-Mokpo (Honam-Linie) bedient. Bis Cheonan laufen beide Strecken gemeinsam. Vor allem wegen der Hochgeschwindigkeitstrassen von Seoul bis Daegu konnte die Reisezeit auf der Strecke nach Busan von vorher viereinhalb Stunden auf zwei Stunden und 40 Minuten reduziert werden. Diese Zeit soll mit der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Daegu und Busan, welche für 2010 geplant ist, auf zwei Stunden und 10 Minuten sinken. Eine Neubaustrecke nach Gwangju mit Verlängerung nach Mokpo befindet sich in einem frühen Planungsstadium, eine Eröffnung ist für 2017 angepeilt.[11] Nach der Eröffnung blieb die Zahl der Fahrgäste zunächst weit hinter den Erwartungen zurück, erst im Dezember 2005 überstieg die Anzahl der täglichen Benutzer die 100.000-Marke.[12]
Bearbeiten U-Bahnen
In den sechs größten Städten Südkoreas werden heute U-Bahn-Systeme betrieben. Diese stellen einen wichtigen Eckpfeiler im Nahverkehr der Großstädte dar und werden noch laufend erweitert. Das erste und größte U-Bahnnetz Südkoreas ist das der Hauptstadt Seoul. Das Netz der U-Bahn Seouls wurde 1974 eröffnet und umfasst heute acht Linien mit einer Gesamtlänge von 287 Kilometern und 263 Stationen. Es verbindet die Stadt auch mit den zahlreichen Satellitenstädten im Umland und wird täglich von durchschnittlich 5,6 Millionen Passagieren benutzt. Die U-Bahn Busan wurde 1985 eröffnet. Heute umfasst das Streckennetz drei Linien mit einer Gesamtlänge von 88,8 Kilometern und 90 Stationen, die tägliche Transportleistung liegt bei über 706.000 Passagieren.
1997 wurde die erste Linie der U-Bahn Daegu in Betrieb genommen, eine zweite Linie wurde 2005 eröffnet. Das Netz umfasst seitdem 57,3 Kilometer mit 56 Stationen. Bei einem durch einen Geisteskranken ausgelösten Brand am 18. Februar 2003 kamen fast 200 Personen ums Leben, das Unglück gilt weltweit als eines der schwersten in der Geschichte der U-Bahnen. Das 1999 eröffnete Netz der U-Bahn Incheon umfasst eine Linie mit 22 Stationen auf 24,6 Kilometer Länge; es ist außerdem mit dem Netz der U-Bahn Seouls verbunden. Die erste Linie der U-Bahn Gwangju wurde 2004 eröffnet und umfasst bisher 14 Stationen auf der Streckenlänge von 12 Kilometern. Das neueste Netz ist das der U-Bahn Daejeon, dessen im März 2006 eröffnete Linie bisher 12 Stopps auf 12,4 Kilometern Länge umfasst.
Bearbeiten Straßenverkehr
Das Straßennetz Südkoreas umfasst eine Gesamtlänge von 97.252 Kilometern, von denen 74.641 Kilometer asphaltiert sind. Das Autobahnnetz, in Korea Express Way genannt, wurde mit der 1968 eröffneten, 24 Kilometer langen Autobahn von Seoul nach Incheon in Betrieb genommen. Die mit 425,5 Kilometern deutlich längere Autobahn von Seoul nach Busan wurde zwei Jahre später eröffnet. Ende 2005 umfasste das Express Way-Netz 24 Autobahnen mit einer Gesamtlänge von 2.968 Kilometern, welche größtenteils mautpflichtig sind.
Bearbeiten Busse
Neben dem in der Regel gut ausgebauten Stadtbusnetzen verfügt Südkorea auch über ein gut ausgebautes überregionales Busnetz. Intercity-Busse verbinden die meisten Städte des Landes miteinander. Viele Linien machen mehrere Zwischenhalte, andere fahren Nonstop zum Zielort. Etwas teurer sind die Express-Busse, die das nationale Autobahnnetz – meist mit eigener Busspur – nutzen. Rund die Hälfte der Linien beginnt oder endet in Seoul, rund 70 weitere Städte sind an das Netz angebunden. Die meistbefahrenen Linien werden alle 5 bis 10 Minuten bedient, wobei alle Busse ihr Ziel direkt anfahren.
Bearbeiten Individualverkehr
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des Landes hat der Automobilverkehr einen dramatischen Anstieg erfahren. So stieg die Anzahl der registrierten Fahrzeuge zwischen 1980 und 2006 von 527.729 auf 15.493.681. Dies entspricht einem Anstieg von 14 % jährlich. Noch deutlicher ist die Steigerung, wenn man nur die Klasse der Personenwagen betrachtet. Deren Zahl stieg von 249.102 (1980) auf 11.224.016 im Jahr 2006, das entspricht einem Zuwachs um das 45-fache. Dies führte vor allem in Großstädten zu den üblichen Problemen. Neben der Überlastung der Straßen ist der Straßenverkehr auch eine schwere Belastung für die Umwelt. So hat Seoul die stärkste Luftverschmutzung aller Städte in den Mitgliedsstaaten der OECD zu ertragen. [13]
Bearbeiten Luftverkehr
Um der ebenfalls stark gestiegen Bedeutung des Luftverkehrs gerecht zu werden, wurde auf einer Insel vor Incheon im März 2001 der Incheon International Airport in Betrieb genommen. Er löste als Drehscheibe für internationale Flüge den überlasteten Flughafen Gimpo ab, von dort werden nun nationale Ziele angeflogen. Die beiden koreanischen Fluggesellschaften Korean Air und Asiana bieten pro Woche mehr als 1.700 internationale Direktverbindungen in die wichtigsten Städte Asiens, Nordamerikas, Europas und des Mittleren Ostens an.
Nationale Flüge werden zwischen Seoul, Busan, Jeju, Daegu, Gwangju, Jinju, Wonju, Cheongju, Yeosu, Ulsan, Yangyang und Pohang angeboten. 2003 wurden zwischen diesen Orten 21,3 Millionen Passagiere befördert.
Bearbeiten Schifffahrt
Durch seine Lage auf der koreanischen Halbinsel mit hunderten von bewohnten Inseln sowie der Situation als Exportnation spielt die Schifffahrt für Südkorea eine bedeutende Rolle. Die wichtigsten Seehäfen sind Incheon und Gunsan an der Westküste, Mokpo, Jinhae und Masan an der Südküste, sowie Busan, Donghae, Ulsan und Pohang an der Ostküste. Der jährliche Güterumschlag der südkoreanischen Häfen betrug 2003 596 Millionen Tonnen, im Gegensatz zu 9 Millionen Tonnen im Jahre 1961. Die südkoreanische Handelsmarine umfasste 2005 650 Schiffe mit mehr als 1000 Bruttoregistertonnen.
Internationale Fähren fahren von Incheon nach Weihai, Yantai, Qingdao, Shanghai, Tianjin, Dalien und Dandong in der Volksrepublik China. Von Busan werden Routen nach Shimonoseki, Tsushima und Hakata in Japan sowie Yantai in China angeboten. Ebenfalls in China liegt Lianyungang, welches von Mokpo angefahren wird. Außerdem Seokcho wird eine Route nach Zarobino in Russland angeboten. Nationale Fähren fahren zu den zahlreichen Inseln. Durch den Jeju International Airport auf der Insel Jejudo verlieren die Fährlinien dorthin aber zunehmend an Bedeutung.
Bearbeiten Telekommunikation
Während sich die Zahl der Festnetzanschlüsse in Südkorea in den letzten Jahren praktisch nicht verändert hat, ist die Zahl der Mobiltelefone stark angestiegen. 2004 gab es in Südkorea 26,6 Millionen Festnetzanschlüsse und 36,6 Millionen Mobiltelefone bei einer Bevölkerungszahl von 48,8 Millionen Menschen. Die Anzahl der Breitband-Internetzugänge betrug 12,2 Millionen, womit das Land weltweit lange die meisten Breitbandanschlüsse pro Einwohner hatte, bis es 2006 von Island überholt wurde.

