Silvio Berlusconi (* 29. September 1936 in Mailand) ist der Ministerpräsident Italiens seit dem 8. Mai 2008. Er ist Unternehmer und Medien-Tycoon.
Berlusconi war Ministerpräsident der 51., 57. und 58. italienischen Regierung seit der Gründung der Republik sowie übergangsweise Außen-, Wirtschafts- und Gesundheitsminister. Er ist Vorsitzender der Partei Forza Italia und Vorsitzender des Parteienbündnisses Popolo della Libertà. Berlusconi ist zudem Inhaber des Konzerns Fininvest. Laut Forbes ist er mit einem Vermögen von 9,4 Milliarden US-Dollar einer der reichsten Männer Italiens.
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Bearbeiten Leben und Karriere
Silvio Berlusconi ist der älteste Sohn von Luigi Berlusconi und Rosa Bossi und Bruder von Maria Antonietta und Paolo Berlusconi. Sein Vater war Angestellter der Banca Rasini, in der er sich bis zum Geschäftsführer hocharbeitete. 1954 erlangt Silvio Berlusconi das Reifezeugnis am Salesianer-Gymnasium Sant’Ambrogio in Mailand. Anschließend beginnt er an der Universität Mailand ein Jura-Studium, das er 1961 mit einer Diplomarbeit über Werbeverträge cum laude abschließt. Für seine Arbeit gewinnt er einen von der Werbeagentur Manzoni ausgeschriebenen Preis über 2 Millionen Lire. Nach dem Studium verrichtet Berlusconi nicht den damals noch obligatorischen Militärdienst. 1965 heiratet er Carla Elvira Lucia Dall’Oglio, mit der er zwei Kinder zeugte: Maria Elvira (* 1966) und Pier Silvio (* 1968). 1985 lässt sich das Paar scheiden, 1990 folgt die Heirat mit der Schauspielerin Miriam Bartolini (Künstlername Veronica Lario), mit der er drei Kinder hat: Barbara (* 1984), Eleonora (* 1986) und Luigi (* 1988).
Bearbeiten Berlusconi als Unternehmer
Bearbeiten Bauwesen
Nach einigen Erfahrungen als Immobilienmakler während seiner Studienzeit gründet Berlusconi im Jahr 1961 zusammen mit dem Bauunternehmer Pietro Canali sein erstes Unternehmen, die Cantieri Riuniti Milanesi Srl. Dank einer Bürgschaft des Bankiers Carlo Rasini (Inhaber und Mitbegründer der Banca Rasini, für die Berlusconis Vater arbeitete) kann die Firma ein Grundstück in der Via Alciati erwerben.
1963 gründet Berlusconi das Unternehmen Edilnord Sas. Das dazu nötige Geld stellen Carlo Rasini und der Schweizer Unternehmer Carlo Rezzonico mit der Aktiengesellschaft für Immobilienlagen in Residenzzentren AG mit Sitz in Lugano zur Verfügung. Die anonymen Geldmittel der Schweizer Aktiengesellschaft werden zum Teil bei der International Bank in Zürich hinterlegt und gelangen über die Banca Rasini zur Edilnord Centri Residenziali.
1964 beginnt der Bau mehrerer Hochhäuser in Brugherio, wo eine Modellstadt für 4000 Bewohner entstehen soll. 1965 werden die ersten Häuser fertiggestellt, die sich jedoch nicht leicht verkaufen lassen. 1968 wird die Edilnord Sas di Lidia Borsani e C. gegründet (Lidia Borsani ist eine Cousine Berlusconis), die 712.000 m² Grund in der Gemeinde Segrate erwirbt und 1969 mit dem Bau der riesigen Wohnanlage Milano 2 beginnt.
1972 wird die alte Edilnord aufgelöst und es entsteht die Edilnord Centri Residenziali Sas, wieder tritt Lidia Borsani als Gesellschafterin auf, wieder stellt die Aktiengesellschaft für Immobilienlagen in Residenzzentren AG die nötigen Finanzmittel bereit.
1973 gründet Berlusconi Italcantieri, zunächst als GmbH, dann als SpA (eine italienische Aktiengesellschaft). Finanziert wird die Firma von schweizer Treuhandgesellschaften, nämlich von der Cofigen, die mit der Banca della Svizzera Italiana verbunden ist, und der Eti AG Holding in Chiasso. Im gleichen Jahr erwirbt er durch Vermittlung des Anwalts Cesare Previti die Villa Casati Stampa in Arcore, seinen heutigen Hauptwohnsitz, Verkäuferin ist eine minderjährige Erbin, die von Previti vertreten wurde.
1974 entsteht die Immobiliare San Martino in Rom mit dem Geschäftsführer Marcello Dell'Utri, einem alten Freund aus Studienzeiten, der ihm später bei der Gründung der Partei Forza Italia helfen wird und inzwischen wegen Verbindungen zur Mafia in erster Instanz verurteilt ist (Stand: November 2006). Das Kapital stellen zwei Treuhandgesellschaften der BNL bereit.
1978 werden die Edilnord und die Immobiliare San Martino zur Milano 2 SpA fusioniert.
Bearbeiten Fernsehen
1978 übernimmt Berlusconi Telemilano, einen lokalen Privatsender, der 1972 in Milano 2 gegründet wurde. Landesweite Übertragungen waren damals für Privatsender noch verboten.
1980 wird ein Fußballturnier zwischen den Nationalmannschaften von Argentinien, Brasilien, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Uruguay ausgetragen (die sogenannte Mundialito). Es kommt zu landesweiten Protesten, unterstützt von großen Tageszeitungen wie dem Corriere della Sera und der Gazzetta dello Sport, da die staatliche Fernsehgesellschaft RAI die Spiele nicht live überträgt. Schließlich muss die RAI dem Berlusconi-Sender Canale 5 (dem Nachfolger von Telemilano) den Gebrauch von Satelliten für eine landesweite Übertragung erlauben.
1982 beginnt Berlusconi über alle seine regionalen Sendestationen dasselbe Programm abzuspielen, sodass de facto ein neuer landesweiter Fernsehsender entsteht.
1982 erwirbt er vom Verleger Edilio Rusconi den Fernsehsender Italia 1, 1984 von der Verlagsgruppe Mondadori Rete 4. Mit diesen Käufen wird Mediaset, das Medienunternehmen des Berlusconi-Konzerns Fininvest, zum großen Widersacher des einstigen Monopolisten RAI.
Ende der Achtziger betreibt er eine Ausweitung auf dem europäischen Medienmarkt, 1986 in Frankreich mit La Cinq, 1987 in Deutschland mit Tele 5 (bis 1992), 1989 mit Telecinco in Spanien.
Mit der zu Mediaset gehörenden Publitalia 80 ist er im Werbegeschäft aktiv.
Bearbeiten Verlagswesen und Medien
Silvio Berlusconi ist Mehrheitsaktionär bei zwei der wichtigsten Verlagshäuser Italiens, Mondadori und Einaudi, außerdem bei mehreren kleinen (Elemond, Sperling&Kupfer, Grijalbo, Le Monnier, Pianeta scuola, Edizioni Frassinelli, Electa Napoli, Riccardo Ricciardi editore, editrice Poseidona).
Berlusconi kontrolliert die Kinokette Medusa Cinema; inzwischen nicht mehr beteiligt ist er am Videoverleih Blockbuster Italia.
Bearbeiten Handel und Versicherungen
Berlusconi war im Besitz der Handelsketten Standa (inzwischen an die deutsche Rewe verkauft), und Euromercato (nun im Besitz der französischen Carrefour). Er behauptet, er sei zum Verkauf gezwungen worden, da ihm nach seinem Eintritt in die Politik linksgerichtete Bürgermeister keine Konzessionen für neue Läden mehr erteilt hätten.
Die Gesellschaften Mediolanum und Programma Italia sind im Versicherungswesen tätig.
Bearbeiten Sport
Berlusconi ist seit 1986 im Besitz des Fußballclubs AC Mailand, national und international einer der erfolgreichsten Clubs überhaupt. Bis 2004 war er Präsident des Clubs, bis ihn ein Gesetz zur Regelung des Interessenkonflikts zwang, zurückzutreten.
2004 berichtete die Zeitung Tuttosport in Berufung auf Aussagen eines ehemaligen Angestellten der Edilnord, Berlusconi sei früher Fan des großen Lokalrivalen Inter Mailand gewesen. In einem Interview mit der Gazzetta dello Sport 2005 behauptete die Witwe des ehemaligen Inter-Präsidenten Ivanoe Fraizzoli, der Cavaliere habe Anfang der 80er versucht, den Club zu kaufen, was später auch von Sandro Mazzola bestätigt wurde. Berlusconi selbst ließ zu diesem Fall verlauten:
«Voglio precisare che non sono mai stato interista, perché non si può cambiare religione»
„Ich möchte klarstellen, dass ich niemals Inter-Fan war, weil man nicht seine Religion ändern kann“
Daneben gründete er Anfang der 1990er Polisportiva Milan, indem er einige ältere Vereine fusionierte. Vereinssportarten sind Baseball, Volleyball, Rugby, und Eishockey. Einige Jahre später wurde der Club wieder aufgelöst.
Bearbeiten Berlusconi als Politiker
Bearbeiten Beginn der politischen Karriere
Trotz seiner Nähe zum Chef des Partito Socialista Italiano und Ministerpräsidenten Bettino Craxi, der ihn beim Aufbau seines Medienimperiums unterstützte, engagiert sich Berlusconi jahrelang nicht direkt in der Politik. Erst als Stimmen aus dem Parlament lauter werden, die Vorherrschaft Mediasets im Medienbereich zu beschneiden, wird er aktiv.
1993 unterstützt er den Parteisekretär des postfaschistischen Movimento Sociale Italiano/Destra Nazionale (MSI) Gianfranco Fini bei den Stichwahlen für den Posten des Bürgermeisters am 5. Dezember in Rom, indem er öffentlich bekannt gibt, er zögere keine Minute, Gianfranco Fini seine Stimme zu geben.
Zunächst versucht Berlusconi Politiker der Mitte wie Mario Segni und Mino Martinazzoli für den Aufbau eines neuen moderaten, antikommunistischen Bündnisses zu gewinnen. Am 26. Januar 1994 verkündet Berlusconi in einer vorher aufgezeichneten Rede im Fernsehen seinen Eintritt in die Politik. Als Motiv gibt er an, die „kommunistische Gefahr“ abwenden zu wollen, d. h. einen Sieg des Mitte-Links-Bündnisses.
Bearbeiten Parlamentswahlen 1994 – Regierung Berlusconi I
Im Winter 1993 entsteht unter starker Einbeziehung von Funktionären seiner Firmen, vor allem der Publitalia 80, die politische Bewegung Forza Italia. Zwei Monate vor den Parlamentswahlen 1994 wird die Partei Forza Italia gegründet, die sich vor allem um Wähler der politischen Mitte und von Mitte-Rechts bemüht, die nach der Aufdeckung des Tangentopoli-Skandals im Zuge der Mani-pulite-Ermittlungen und dem folgenden Zusammenbruch der Democrazia Cristiana kaum Wahlalternativen haben.
Dank einer gigantischen Wahlkampagne, in der Berlusconi seine gesamte Medienmacht zu seinen Gunsten einsetzt (erst später wird das par-condicio-Gesetz, das die Fernsehsender verpflichtet, allen führenden Politikern und Parteien einen ungefähr gleich großen Zeitraum in der Übertragungszeit zu gewähren, verabschiedet), werden die Parlamentswahlen 1994 zu einem großen Erfolg für die Forza Italia. Nach der Wahl am 27. März 1994 bildet Berlusconi eine Mitte-Rechts-Regierung mit der Alleanza Nazionale von Gianfranco Fini und der Lega Nord von Umberto Bossi.
Nach nur wenigen Monaten kündigt Letzterer das Bündnis mit Forza Italia auf. Einer der Hauptgründe war, dass die Lega Nord ihrer Stammwählerschaft nicht vermitteln konnte, wieso die sezessionistische Partei nun plötzlich in Rom am Regierungstisch saß.
Nach dem Fall der Mitte-Rechts Regierung wird eine Mitte-Links Regierung unter dem früheren Ministerpräsidenten Lamberto Dini gebildet, die von der Lega Nord unterstützt wird. Diese Regierung hält jedoch nur eineinhalb Jahre bis Mai 1996.
Bearbeiten Parlamentswahlen 1996
Die folgenden Neuwahlen im Mai 1996 gewinnt schließlich das Ulivo-Bündnis unter Romano Prodi, der Ministerpräsident wird, jedoch schon 1998 nach einer verlorenen Abstimmung zur Vertrauensfrage zurücktreten muss. Ersetzt wird er durch Massimo D'Alema, welcher jedoch abermals nach einer Niederlage des Ulivo-Bündnis in den italienischen Regionalwahlen 2000 als Ministerpräsident zurücktritt und schließlich von Giuliano Amato abgelöst wird. Berlusconi wird Oppositionsführer und arbeitet in dieser Zeit mit dem damaligen Vorsitzenden der Democratici di Sinistra und späteren Ministerpräsidenten Massimo D’Alema an Verfassungs- und Justizreformen.
Bearbeiten Parlamentswahlen 2001 – Regierungen Berlusconi II und III
Im Jahr 2001 gewinnt Berlusconi zum zweiten Mal die Parlamentswahlen, wiederum begleitet von einem riesigen Werbeaufwand (z. B. bekommt jeder italienische Haushalt eine 128 Seiten starke Berlusconi-Biografie zugesandt). Nach den Wahlen bildet Berlusconi wieder eine Koalition mit der Alleanza Nazionale, der deutlich geschwächten Lega Nord, der christdemokratischen UDC und mehreren Kleinparteien.
Der Wahlerfolg ist wohl zum einen der Zersplitterung der Mitte-Links-Parteien zu verdanken, zum anderen dem während des Wahlkampfes veröffentlichten, sogenannten Contratto con gli italiani (Vertrag mit den Italienern). In diesem Vertrag verspricht Berlusconi potentiellen Wählern steuerliche Erleichterungen, die Halbierung der Arbeitslosenzahlen, große staatliche Projekte, die Erhöhung der Mindestpensionen und eine Verminderung der Straftaten. Dazu verpflichtet er sich, im Falle eines Misserfolges bei den nächsten Wahlen nicht mehr anzutreten.
2001 wird er zum CSU-Parteitag in Nürnberg eingeladen.
Nach dem Rücktritt des bisherigen Außenministers Renato Ruggiero am 6. Januar 2002 übernimmt er dessen Amt bis zum 14. November desselben Jahres. Sein Nachfolger wird Franco Frattini.
Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2003 ist Berlusconi turnusgemäß Präsident des Rats der Europäischen Union.
Die Regierung Berlusconi II ist jene italienische Regierung, die sich seit dem Zweiten Weltkrieg am längsten an der Macht halten konnte und hat auch, was die Zahl der ausgewechselten Minister angeht, einen neuen Rekord aufgestellt. Ersteres führt man einerseits auf die breite parlamentarische Mehrheit zurück, andererseits auf die Führungsstärke Berlusconis und die Geschlossenheit der Forza Italia. Die häufigen Regierungsumbildungen sind hauptsächlich auf Streitigkeiten zwischen den Koalitionsparteien zurückzuführen.
Am 20. April 2005 tritt Berlusconi anschließend an verlorene Regionalwahlen im Zuge einer Regierungsumbildung nach langem hin und her zurück. Dabei handelt es sich allerdings nur um einen formalen Akt, Berlusconi wird umgehend zum dritten Mal Ministerpräsident.
Vom 10. März bis zum 17. Mai 2006 übernimmt er kurzfristig auch das Amt des Gesundheitsministers.
Diese 14. Legislaturperiode ist die erste, die die von der Verfassung vorgesehenen fünf Jahre ohne vorzeitige Parlamentsauflösung überdauert hat.
Bearbeiten Parlamentswahlen 2006
Vor den Parlamentswahlen am 9. und 10. April 2006 gibt es zahlreiche Kontroversen um Berlusconi. Die italienischen Unternehmensverbände üben offene Kritik an der Wirtschaftspolitik der vergangenen fünf Jahre, die fast zu einem Nullwachstum (0,1 Prozent im Jahre 2005) geführt hat. Ihrer Meinung nach drohe Italien aus der Gruppe der G8-Länder herauszurutschen. Berlusconi bezeichnet die Vorwürfe als absurd und warnt vor den Gefahren einer „kommunistischen“ Machtübernahme durch das Mitte-Links-Bündnis. Des Weiteren sorgt Berlusconi für Aufregung, als er nach kritischen Fragen einer Journalistin vor laufenden Kameras ein Fernsehstudio verlässt. Verschiedenen, zuverlässigen Quellen zufolge, sorgte folgende Aussage für diplomatische Verstimmung: „In China seien früher unter den Kommunisten Babys gekocht worden, um sie als Dünger für die Felder zu verwenden.“
Nach der äußerst knappen Wahlniederlage gegen das Mitte-links-Bündnis um Romano Prodi tritt Berlusconi am 2. Mai 2006 als Regierungschef zurück.
Die derzeitige Spaltung Italiens, die Berlusconi nach der Wahl mehrfach beklagt hat und wegen der er auch die Notwendigkeit einer Großen Koalition anmahnte (was die Linke umgehend ausschloss, solange Silvio Berlusconi noch Teil der Führungsriege der Forza Italia ist), ist wohl zu einem gewichtigen Teil auch von ihm selbst verschuldet. Unterstützt von vielen seiner Koalitionäre hat Berlusconi im Zuge des Wahlkampfs ständig und eindringlich an die in Italien noch tief verwurzelten Ängste vor dem Kommunismus (vor allem bei älteren Generationen) appelliert. Indem er die meisten Vorwürfe, die ihm gemacht wurden, einfach „umdrehte“ (zum Beispiel warf er den „Linken“ vor, 70 % der Medien zu kontrollieren, kurz vor der Wahl sprach er dann auch von 90 %), erzeugte er in dieser Hinsicht eine geschickte Patt-Situation in der öffentlichen Meinung, außerdem wurde dadurch eine sachlichere Diskussion in der breiten Öffentlichkeit fast unmöglich.
Nach der Wahl 2006 sind von dem Journalisten Enrico Deaglio in Form eines Dokumentarfilms Vorwürfe der Wahlfälschung gegen den früheren Innenminister Beppe Pisanu und gegen den Führer der Forza Italia erhoben worden, die durch online durchgeführte Manipulationen der Wählerstimmen erfolgt sein sollen. Ein Sohn von Pisanu arbeitete für die mit dem Vorgang betraute Firma Accenture. Im Dezember 2006 ordnete das italienische Parlament eine Untersuchung der Vorgänge durch die Justiz an.
Berlusconi soll freiwillige Kontrollen gefordert haben, um Wahlbetrug zu seinen Ungunsten – wie er bereits 2006 stattgefunden hätte – bei den Wahlen im April 2008 zu verhindern.[1]
Bearbeiten Parlamentswahlen 2008 – Regierung Berlusconi IV
Bei den Parlamentswahlen am 13. und 14. April 2008 gewann Berlusconis Mitte-rechts-Bündnis aus Volk der Freiheit, Lega Nord und Movimento per l´autonomia, mit deutlichem Vorsprung im Abgeordnetenhaus mit 46,81 % (344 Sitze) und im Senat 47,32 % (171 Sitze) vor Walter Veltronis Demokratische Partei mit 37,54 % (246 Sitze) bzw. 38,01 % (132 Sitze) und kann mit ausreichender Mehrheit in beiden Parlamentskammern die Regierung bilden.
Am 8. Mai 2008 trat Silvio Berlusconi mit der Vereidigung seines vierten Kabinetts zum dritten Mal in 14 Jahren das Amt des italienischen Ministerpräsidenten an.
Am 22. Juli 2008 verabschiedete das italienische Parlament ein Gesetz, das die vier höchsten Spitzenpolitiker des Landes, den Staatschef, die Präsidenten von Abgeordnetenhaus und Senat sowie den Regierungschef, also Berlusconi selbst, während der Amtszeit vor jeder Strafverfolgung schützt.[2].
Bearbeiten Politischer Stil
Berlusconi gibt sich gerne als Alternative zur alten Politikerklasse, als Unternehmer im Dienste der Politik. Er verpackt seine Politik in einfache und markante Slogans, mit denen er sich direkt an das italienische Volk wendet (z. B. „ein Arbeiter als Ministerpräsident“ oder „eine Million Arbeitsplätze“). Berühmt ist sein „Vertrag mit den Italienern“, den er im Fernsehen vor den Parlamentswahlen 2001 unterzeichnet hat.
Berlusconi erklärt, das Prinzip seiner Politik sei es, die Führungsmethoden eines großen Unternehmens in der Regierung eines Landes anwenden zu wollen. Die Verfassungsreform, mit der er in seiner zweiten Legislaturperiode die Macht des Ministerpräsidenten ausgeweitet hat, bezeichnet er als Stärkung des „Vorstandsvorsitzenden des Betriebs Italien“.
Berlusconi ist bekannt dafür, politische Kontakte durch freundschaftliche Beziehungen zu anderen Staatsmännern zu knüpfen. Als „Freunde“ Berlusconis gelten der amerikanische Präsident George W. Bush, der ehemalige britische Premier Tony Blair und der ehemalige russische Präsident Wladimir Putin.
Eine weitere Eigenheit ist es, sich selten einer direkten Konfrontation im Fernsehen zu stellen. Nach einem TV-Duell mit Romano Prodi vor den Wahlen 1996 lehnte er 9 Jahre lang ab, an Fernseh-Diskussionen teilzunehmen, bis er schließlich am 5. April 2005 nach den von seiner Koalition verlorenen Regionalwahlen überraschenderweise in einer Sendung von RAI Tre (dem dritten italienischen Programm) erschien, um mit Massimo D'Alema und Francesco Rutelli zu diskutieren.
Bearbeiten Politisches Programm
Forza Italia war eine politische Bewegung, die extrem auf ihre Führungsperson zugeschnitten ist. Es lassen sich im Grunde keine Konflikte zwischen Parteilinie und persönlichen Ansichten Berlusconis erkennen. Das Parteiprogramm der Forza Italia ist vor allem von wirtschaftsliberalen und konservativen Ideen beeinflusst. In seiner Regierungszeit gab es Reformen des Bildungswesens, des Pensionssystems und der Justiz, wobei die Schul- und die Justizreform große Proteste hervorriefen. Mit einer Verfassungsreform wollte Berlusconi die Macht des italienischen Ministerpräsidenten ausweiten und eine Reform zur Stärkung der Zuständigkeiten der Regionen; die Verfassungsreform wurde in einem Referendum nach seiner Abwahl abgelehnt. Die versprochene umfassende Steuerreform wurde nicht verwirklicht. In der Außenpolitik lehnte sich Berlusconi eng an die USA an und er unterstützte auch den Irak-Krieg voll. Allerdings waren italienische Truppen nicht an den Kampfhandlungen beteiligt, sondern wurden erst nach Abschluss des offiziellen Kriegs entsandt. Außerdem befürwortet er engere Beziehungen zu Russland und spricht sich für einen EU-Beitritt der Türkei aus. Des weiteren hat seine Regierung strengere Gesetze zur illegalen Einwanderung erlassen und er sucht in dieser Frage auch eine Kooperation mit den anderen Staaten des Mittelmeerraums wie z. B. Libyen.
Bearbeiten Kritik und Kontroversen
Bearbeiten Ungeklärte Finanzierung
Es ist bis heute nicht möglich, die Herkunft der umfangreichen Finanzmittel zu klären, über die Berlusconi bereits als junger Unternehmer verfügte. Vor Gericht dazu befragt, machte Berlusconi von seinem Recht Gebrauch, die Beantwortung solcher Fragen zu verweigern, bei denen eine wahrheitsgemäße Antwort ihn der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung aussetzen könnte. An anderer Stelle verwies er auf seinen Vater als Finanzier.
Die Autoren Elio Veltri und Marco Travaglio sehen den Ursprung seines Vermögens in seiner Verbindung zur Mailänder Bank Banca Rasini begründet.[3] In der Zeit, als der Vater Luigi Berlusconi bei der Bank beschäftigt ist, entstehen Geschäftsbeziehungen zur Cisalpina Overseas Nassau Bank, in deren Aufsichtsrat später in negativem Zusammenhang berühmt gewordene Personen wie Roberto Calvi, Licio Gelli und Michele Sindona sitzen. Die Banca Rasini wird später von Michele Sindona und anderen pentiti (geständigen Mafiosi) beschuldigt, Mafia-Geld gewaschen zu haben. Die Vorwürfe der Geldwäsche konnten nie bestätigt werden, nicht zuletzt wegen des Schweizer Bankgeheimnisses. Es ist allerdings offensichtlich, dass derartige Umstände und Beschuldigungen Schatten auf Berlusconis unternehmerischen Erfolg werfen (vor allem unter Berücksichtigung seiner mutmaßlichen Kontakte zur Mafia und seiner Mitgliedschaft in der Organisation Propaganda Due von Licio Gelli).
Bearbeiten Fall Mangano
Am 7. Juli 1974 bringt Marcello Dell’Utri den jungen Mafioso Vittorio Mangano aus Palermo in Berlusconis Villa in Arcore. Dieser stellt ihn offiziell als Verwalter und Stallmeister ein, aber Mangano kümmert sich auch um die Sicherheit der Villa und bringt Berlusconis Kinder zur Schule. 1976 verlässt Mangano Arcore unbehelligt. Kurze Zeit später wird er wegen Drogenhandels und Verbindungen zur Mafia verhaftet, außerdem vermutet man eine Verwicklung in die Entführung des Fürsten Luigi D’Angerio, die sich nach einem Abendessen bei Berlusconi ereignete.
Am 26. Mai 1975 bringt Mangano vor einem von Berlusconis Wohnsitzen in Mailand eine Bombe zum Explodieren. Berlusconi selbst definiert die Explosion in einem Gespräch mit Marcello Dell’Utri als eine Tat, die „con affetto“ (mit herzlichen Grüßen) verübt wurde. Seiner Meinung nach habe eine Bombe für Mangano die gleiche Bedeutung wie ein Brief oder ein Telefonat und dies sei darauf zurückzuführen, dass Mangano einfach nicht schreiben könne.
Nachdem er mehrere Drohungen erhält, zieht er mit seiner Familie für einige Monate in die Schweiz und anschließend nach Spanien.
Bearbeiten Propaganda Due
Im Jahr 1978 trat er in die Propaganda Due ein, eine illegitime Freimaurerloge des einstigen Mussolini-Anhängers und Hitler-Kollaborateurs Licio Gelli. Berlusconis Name wird 1981 bei einer Hausdurchsuchung auf der Mitgliederliste gefunden, seine Mitgliedsnummer ist 1816, sein Rang der eines apprendista muratore, also eines Maurerlehrlings. Berlusconi hatte zuvor eine Mitgliedschaft abgestritten und wird 1990 wegen Meineides verurteilt, profitiert jedoch von einer Amnestie des Staatspräsidenten.
Bearbeiten Gründung von Mediaset
Die italienweite Übertragung des Senders Canale 5 Anfang der 1980er Jahre steht im eindeutigen Gegensatz zur damaligen Rechtslage. Demnach sind landesweit empfangbare Fernsehkanäle in Privatbesitz schlichtweg verboten. 1984 intervenieren die Prätoren der Provinzen Rom, Mailand und Pescara und veranlassen die Beschlagnahmung der Sendestationen in ihrem Kompetenzbereich. Nach vier Tagen erlässt die Regierung Craxi ein Dekret, das den Sendebetrieb wieder zulässt. Das Parlament weigert sich jedoch, das Dekret in ein Gesetz umzuwandeln, daraufhin bringt Craxi das Dekret als Gesetzesvorschlag ins Parlament ein und verbindet es mit einer Vertrauensabstimmung, die zugunsten Craxis ausgeht. Drei Jahre später prüft das Verfassungsgericht das Gesetz und erklärt es für gültig, unterstreicht aber seine Vorläufigkeit. Das entschiedene Eintreten Craxis für die Interessen Berlusconis ist wohl auf die enge Freundschaft der beiden zurückzuführen: Craxi war Trauzeuge bei Berlusconis zweiter Hochzeit und Taufpate von Barbara Berlusconi.
Erst 1990 wird Berlusconis Medienimperium durch die legge Mammì endgültig legalisiert und geregelt. Durch das neue Gesetz wird er allerdings gezwungen, Anteile an der Verlagsgesellschaft der Zeitung Giornale abzugeben, die er seinem Bruder Paolo verkauft.
1994 stellt der Verfassungsgerichtshof fest, dass die legge Mammì keine ausreichenden Beschränkungen für die Konzentration von Medienmacht festlegt – was jedoch keine weiteren Folgen nach sich zieht.
Bearbeiten Eintritt in die Politik
Ein oft diskutiertes Thema sind die Gründe für Berlusconis Eintritt in die Politik. Die zwei am häufigsten genannten Aspekte sind der ökonomische Zustand von Fininvest und die vielen juristischen Probleme Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre.
Anhänger Berlusconis sehen in seinem enormen Reichtum eine Garantie für Ehrbarkeit, da es absurd sei, anzunehmen, Berlusconi wolle sich durch seine politischen Ämter weiter bereichern. Seine Probleme mit der Justiz hätten mit der Gründung von Forza Italia begonnen und seien das Produkt von Komplotten von Berlusconis Gegnern, die ihn durch die Justiz eliminieren wollen. Der Cavaliere lässt zu seinen Gründen folgendes verlauten:
«Nel '94 scesi in campo perché gli eredi dei comunisti stavano per prendere il potere dopo aver scardinato la democrazia con l’uso politico della giustizia.»
„1994 begann ich mich zu engagieren, da die Erben des Kommunismus im Begriff waren, die Macht zu übernehmen, nachdem sie die Demokratie durch die politische Instrumentalisierung der Justiz aus den Angeln gehoben hatten“
– Silvio Berlusconi in einem Interview im Januar 2005[4]
Dabei bezieht er sich auf den Zusammenbruch der italienischen Parteilandschaft Mitte der 1990er Jahre (siehe auch Tangentopoli und Mani pulite).
Kritiker werfen Berlusconi vor, nur deshalb in die Politik zu gehen, um seine Firmen vor dem Bankrott und sich selbst vor juristischen Zugriffen schützen zu wollen. Prominente Journalisten wie Enzo Biagi oder Indro Montanelli behaupten dies von ihm selbst gehört zu haben („Se non vado in politica, mi mandano in galera e mi fanno fallire“ – Wenn ich nicht in die Politik gehe, schicken sie mich ins Gefängnis und bringen mich zum Scheitern).
Bearbeiten Finanzen
Einige enge Freunde des Cavaliere haben inzwischen zugegeben, dass sich Fininvest Anfang der 1990er in finanziellen Schwierigkeiten befunden hat und dies ein Grund für seine politischen Aktivitäten war, so z. B. Marcello Dell’Utri:
«Silvio Berlusconi è entrato in politica per difendere le sue aziende.»
„Silvio Berlusconi ist in die Politik eingetreten, um seine Firmen zu verteidigen.“
– Marcello Dell’Utri, 28. Dezember 1994
«[…] la situazione della Fininvest con 5 mila miliardi di debiti. Franco Tatò, che all’epoca era l’amministratore delegato del gruppo, non vedeva vie d’uscita: ‚Cavaliere, dobbiamo portare i libri in tribunale‘ […] I fatti poi, per fortuna, ci hanno dato ragione e oggi posso dire che senza la decisione di scendere in campo con un suo partito, Berlusconi non avrebbe salvato la pelle e sarebbe finito come Angelo Rizzoli che, con l’inchiesta della P2, andò in carcere e perse l’azienda.»
„[…] die Situation von Fininvest mit 5 Billionen Lire Schulden. Franco Tatò, der damals geschäftsführender Vorstand des Konzerns war, sah keinen Ausweg mehr: „Cavaliere, wir müssen die Bücher vor Gericht bringen“ […] Die folgenden Ereignisse haben uns, zum Glück, Recht gegeben und heute kann ich sagen, dass sich Berlusconi ohne die Gründung seiner Partei nicht hätte die Haut retten können und wie Angelo Rizzoli geendet hätte, der durch die Untersuchungen im Fall P2 im Gefängnis landete und sein Unternehmen verlor.“
– (Marcello Dell’Utri, interviewt von Antonio Galdo; das Interview wurde im Buch Saranno potenti? (Sperling & Kupfer, 2003, ISBN 88-200-3501-4) veröffentlicht)
Die Zahlen sprechen für diese Aussagen: Dem jährlichen Bericht der Mediobanca zufolge belaufen sich 1992 die Schulden von Fininvest auf 7.140 Milliarden Lire. 1993 weisen die Einnahmen aus dem Werbegeschäft, die bis dahin stetig gewachsen sind, ein Nullwachstum auf.
Bearbeiten Justiz
Berlusconi hat mehrmals behauptet, nach seinem Eintritt in die Politik Opfer juristischer Verfolgungen geworden zu sein, die von seinen Gegnern organisiert werden.
«Appena sono sceso in politica, hanno cominciato a fischiare i proiettili delle procure eccellenti per rovesciare il mio governo.»
„Sobald ich in die Politik eingetreten war, begannen mir die Geschosse der höchsten Staatsanwaltschaften um die Ohren zu pfeifen, um meine Regierung zu stürzen.“
– Silvio Berlusconi, 16. Oktober 1998
«Da quando sono sceso in campo, la magistratura ha dedicato alla Fininvest un’attenzione e un impegno degni della maggior organizzazione mafiosa.»
„Seit meinem Eintritt hat die Justiz Fininvest eine Aufmerksamkeit und einen Eifer gewidmet, die der größten Mafia-Organisation würdig wäre.“
– Silvio Berlusconi, 24. November 1995
Doch bereits 1992 und 1993 war die Fininvest ins Blickfeld der Staatsanwaltschaften von Turin und Rom geraten, zunächst noch im Zuge der Ermittlungen zu Tangentopoli bzw. Mani pulite; es ging um vermutete Schmiergeldzahlungen, gefälschte Bilanzen und illegale Parteifinanzierung.
Dennoch blieb Berlusconi bei seiner Version, dass nämlich die juristischen Untersuchungen zeitlich nach seinem Eintritt in die Politik einzuordnen seien und erstattete in Brescia Anzeige gegen Mailänder Gerichte wegen des Delikts Angriff auf ein Verfassungsorgan. Die Anzeige wurde archiviert, in der Urteilsbegründung heißt es:
«Risulta dall’esame degli atti che, contrariamente a quanto si desume dalle prospettazioni del denunciante, le iniziative giudiziarie […] avevano preceduto e non seguito la decisione di ‚scendere in campo‘»
„Aus der Untersuchung der Fakten ergibt sich, dass, entgegen den Darlegungen des Klägers, die juristischen Initiativen der Entscheidung, in die Politik einzutreten, vorangingen und nicht dieser folgten.“
– Carlo Bianchetti, Untersuchungsrichter in Brescia, Erlass zur Archivierung der Anzeige, 15. Mai 2001
1990 war Berlusconi, wie schon erwähnt, bereits wegen Meineids im Fall Propaganda Due rechtskräftig verurteilt worden und nur aufgrund einer Amnestie auf freiem Fuß.
Bearbeiten Frage der Unwählbarkeit
Laut Gesetz 361 aus dem Jahr 1957 hätte Berlusconi eigentlich gar nicht antreten dürfen, denn dieses Gesetz besagt, dass Personen, die vom Staat Konzessionen (in diesem Fall TV-Übertragungsrechte) in bedeutendem finanziellen Umfang erhalten haben, unwählbar sind. Dennoch verzichtet die Regierung, auch wegen des Einsatzes des damaligen Vorsitzenden der Democratici di Sinistra und späteren Ministerpräsidenten Massimo D'Alema, auf einen Rekurs.
Bearbeiten Interessenkonflikt und Medienmacht
Als besonderer Anlass für Kritik gilt der Berlusconi vorgeworfene direkte Interessenkonflikt in Bezug auf die Medien, da er als Ministerpräsident großen Einfluss auf die staatliche Fernsehanstalt RAI ausüben konnte, während er gleichzeitig Eigentümer der privaten Konkurrenzgesellschaft Mediaset war. Zusammen kontrollieren diese beiden Gesellschaften ungefähr 90 % des italienischen Fernsehmarktes.
Dieser Umstand wurde (neben vielen anderen Punkten) von der britischen Wochenzeitung The Economist (von Berlusconi inzwischen „The Ecommunist“ genannt) kritisiert. Der Streit erreichte seinen Höhepunkt, als Berlusconi das Magazin in Rom wegen Rufmords verklagte, woraufhin The Economist einen offenen Brief an ihn veröffentlichte. [5] Im Jahr 2004 stufte der Freedom of the Press 2004 Global Survey, ein jährlicher Bericht, der von der amerikanischen Organisation Freedom House veröffentlicht wird, die Pressefreiheit in Italien von Free auf Partly Free zurück. [6] Reporter ohne Grenzen erklärte im selben Jahr, dass der Interessenkonflikt Silvio Berlusconis immer noch nicht gelöst sei und weiterhin die Meinungsfreiheit in Italien bedrohe. [7] Wegen Berlusconis geballter Medienmacht bestünde, so der Vorwurf, theoretisch die Gefahr einer extrem parteiischen Berichterstattung auf allen italienischen Kanälen.
In der Praxis soll dieser Gefahr durch das par condicio-Gesetz vorgebeugt werden, das allen führenden Politikern und Parteien ungefähr gleich viel Sendezeit einräumt (auch in Mediaset-Programmen). Obwohl ein Mediengesetz, das ihm Kontrolle über öffentlich-rechtliche Medien in großem Umfang gegeben hätte, im Dezember 2003 von Präsident Ciampi abgelehnt wurde, übte Berlusconi dennoch während seiner Amtszeit erheblichen Einfluss auf die staatliche Fernsehanstalt RAI aus, wie ein Vorfall aus dem Jahr 2002 belegt.
Am 18. April 2002, während eines Staatsbesuches in Bulgarien, ließ Berlusconi in einer Pressekonferenz folgendes verlauten (von seinen Kritikern inzwischen als „Bulgarisches Edikt“ (editto bulgaro) bezeichnet):
«L’uso che Biagi, Santoro, … come si chiama quell’altro … Luttazzi, hanno fatto della televisione pubblica, pagata con i soldi di tutti, è un uso criminoso. E io credo che sia un dovere della nuova dirigenza di non permettere più che questo avvenga.»
„Der Missbrauch, den die Biagis, die Santoros und die… wie heißt der nochmal… ach ja Luttazzis am öffentlich-rechtlichen Fernsehen begangen haben, bezahlt mit Steuergeldern, ist kriminell. Es ist die Aufgabe der neuen RAI-Führung, zu verhindern, dass so etwas noch einmal vorkommt.“
Die Genannten (zwei Journalisten und ein Komiker) hatten zuvor in RAI-Sendungen Kritik an Berlusconi geübt. Anhänger Berlusconis argumentierten, dass staatliches Fernsehen in Bezug auf die Politik stets neutral sein müsse, Gegner sahen den Pluralismus, der für einen öffentlichen Dienst in einer Demokratie typisch sei, gefährdet. Jedenfalls arbeitete nach Dezember 2002 keiner der drei mehr für die RAI. Luttazzi und Biagi erhielten keine neuen Verträge mehr und Santoro lehnte einen neuen Vertrag, der die Sendezeit seines Programms an einen ungünstigeren Zeitpunkt verschoben hätte, ab.
Bearbeiten Illegale Einwanderung
Im Juli 2008 rief die Regierung Berlusconi im Kampf gegen Unerlaubte Migration einen landesweiten Notstand aus, der zuvor nur für die Provinzen Sizilien, Apulien und Kalabrien galt. Nach Angaben des Innenministeriums erreichten im ersten Halbjahr 2008 10.611 Bootsflüchtlinge die italienische Küste, etwa doppelt so viele wie 2007. Mit dem Instrument des Notstands, so Innenminister Roberto Maroni, sei es möglich, den „anhaltenden und außergewöhnlichen“ Zuzug zu bewältigen. Die Opposition bezeichnete die Entscheidung als „verabscheuenswert“. Berlusconi und seine Regierung würden es darauf anlegen, Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Regierungskreise verwiesen darauf, dass 2007 bereits das Prodi-Kabinett den nationalen Notstand ausgerufen hatte, ihn allerdings Anfang 2008 wegen des saisonal bedingt nachlassenden Einwanderungsstromes auf die drei süditalienischen Regionen beschränkte. [8][9]
Bearbeiten Polarisierungen
Vielfach kritisiert werden Berlusconis polarisierende Aussagen und Scherze.
Das in Deutschland sicherlich bekannteste Beispiel ist sein Auftritt vom 2. Juli 2003 im EU-Parlament. Einen Tag, nachdem er die turnusmäßige Präsidentschaft des EU-Rates übernommen hatte, wurde er vom deutschen Abgeordneten Martin Schulz (SPD) auch wegen seiner Innenpolitik äußerst heftig kritisiert. Berlusconi erwiderte:
«Signor Schulz, so che in Italia c'è un produttore che sta montando un film sui campi di concentramento nazisti: la suggerirò per il ruolo di kapò. Lei è perfetto!»
„Herr Schulz, ich kenne in Italien einen Produzenten, der einen Film über Konzentrationslager der Nazis macht. Ich werde Sie für die Rolle eines Kapos vorschlagen. Sie sind dafür wie geschaffen.“
Berlusconi gab hinterher an, sich damit auf die im deutschsprachigen Raum unter dem Namen Ein Käfig voller Helden (auf Englisch: Hogan’s Heroes) bekannte Fernsehserie bezogen zu haben, in der ein dümmlicher deutscher Aufseher, gespielt von John Banner, namens Feldwebel Hans Georg Schultz vorkommt. Obwohl Berlusconi insistierte, einen Scherz gemacht zu haben, verursachte dieser Vergleich eine kurze diplomatische Krise zwischen Italien und Deutschland, die sich aber nach einer telefonischen Erklärung Berlusconis gegenüber Bundeskanzler Gerhard Schröder relativ bald wieder beruhigte.
Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sorgten folgende Sätze Berlusconis für Aufregung:
„Wir müssen uns der Souveränität unserer Zivilisation bewusst sein, die aus Prinzipien und Werten besteht, die uns Freiheit garantiert und der Allgemeinheit Wohlstand gebracht haben. Der Westen wird weiterhin für Völker eine freiheitsorientierte Demokratie sein, um der kommunistischen und der islamischen Welt weiterhin eine Möglichkeit der friedlichen Koexistenz zu ermöglichen. Leider ist ein Teil der muslimischen Welt um 1.400 Jahre zurückgeblieben. Die westliche Gesellschaft hat Werte wie Freiheitsliebe, die Freiheit der Völker und des Einzelnen, die leider nicht zu den Idealen anderer Zivilisationen, wie es z. B. den islamischen und kommunistischen Vorstellungen entsprechen.“
Andere berüchtigte Aussagen Berlusconis, die kontrovers diskutiert werden, sind z. B. das Zitat «con la sinistra al potere, miseria terrore e morte» (deutsch: „Mit der Linken an der Macht, Elend, Schrecken und Tod“) oder die Behauptung, Benito Mussolini habe niemals jemanden umgebracht und sich darauf beschränkt, die destabilisierende Opposition in Zwangsurlaub zu verbannen.
Bearbeiten Umstrittene Gesetze
Von Seiten seiner politischen Gegner und seiner zahlreichen Kritiker im In- und Ausland wird Berlusconi vorgeworfen, dass viele unter seinen Regierungen erlassenen Gesetze offensichtlich auf seine Interessen zugeschnitten seien, vor allem um sich und seine Gefolgsleute vor Zugriffen der italienischen Justiz zu schützen.
- Bilanzfälschung wird seit einer Gesetzesreform nur mehr mit einer Geldbuße geahndet, wenn die Fälschung wertmäßig weniger als 5% des Jahresergebnisses oder weniger als 1% der Bilanzsumme ausmacht. Werden diese Werte überschritten, und nur dann, ist Bilanzfälschung nach wie vor eine Straftat, und wird mit bis zu 6 Jahren Haft geahndet [10]
- Seit dem sog. Cirami-Gesetz ist es möglich, einen Richter abzulehnen, wenn der Angeklagte einen „begründeten Verdacht“ auf Interessenskonflikt oder Parteilichkeit hat.
- Das Ex-Cirielli-Gesetz hat für die meisten Delikte kürzere Verjährungszeiten eingeführt.
- Während Berlusconis Amtszeit sind zwei Immunitätsgesetze verabschiedet worden. Das im Jahr 2003 verabschiedete Gesetz zum Schutz der fünf höchsten Staatsämter wurde für verfassungswidrig erklärt und somit unwirksam. Nach seiner Wiederwahl 2008 ist ein neues Immunitätsgesetz verabschiedet worden, das die vier höchsten Ämter, zu denen auch der Ministerpräsident zählt, vor Strafverfolgung schützt.
Große Kritik riefen auch folgende Maßnahmen hervor:
- das Gesetz mit dem er seinen Interessenkonflikt als Ministerpräsident und Konzernchef laut eigener Aussage beseitigt hatte, wodurch Berlusconi lediglich als Präsident des AC Mailand zurücktreten musste;
- das Dekret zur Rettung von Rete 4, einem seiner Fernsehsender (das der EUGH als Europarechtswidrig eingestuft hat);
- das Gasparri-Mediengesetz, das Berlusconis de facto Monopol auf dem privaten Fernsehmarkt untermauerte und seine Vormachtstellung im Verlagswesen kartellrechtlich sicherte.
Es sei noch angemerkt, dass keines der sogenannten ad personam Gesetze nach Berlusconis Wahlschlappe 2006 von der Mitte-links-Regierung aufgehoben wurde.
Bearbeiten Gerichtsverfahren
In Italien wurde Berlusconi bereits mehrmals vor Gericht angeklagt, meistens wegen des Vorwurfs der Korruption oder Bilanzfälschung und in Bezug auf Ereignisse vor seinem Eintritt in die Politik 1993.
Berlusconi selbst sieht sich wegen der zahlreichen Anklagen als zu Unrecht von der Justiz verfolgt. Mehrmals beschuldigte er Staatsanwälte und Richter, voreingenommen zu sein und behauptete, die italienische Justiz arbeite mit der Linken Hand in Hand, um ihn zu stürzen, oder sei sogar von Kommunisten unterwandert („Rote Roben“).
Bearbeiten Verurteilungen mit anschließender Amnestie
- Meineid im Fall Propaganda Due: Berlusconis Name wird auf der Mitgliederliste der illegitimen Freimaurerloge Propaganda Due (P2) gefunden, seine Mitgliedsnummer ist 1816, sein Rang der eines apprendista muratore, also eines Maurerlehrlings. Berlusconi hatte zuvor eine Mitgliedschaft abgestritten.
- Bilanzfälschung im Fall Villa di Macherio: Es geht um den Kauf von Grundstücken rund um eine von Berlusconis Villen.
Bearbeiten Freisprüche wegen Verjährung
- Drei Schmiergeldzahlungen an die Finanzpolizei: Das Delikt verjährt deswegen, weil das Berufungsgericht „mildernde Umstände“ attestiert.
- Bilanzfälschung im Fall Lentini: Beim Kauf eines Fußballspielers wurde mehr Geld gezahlt als offiziell angegeben.
- Richterbestechung im Fall Lodo Mondadori: Das Berufungsgericht stuft den Fall als „einfache Korruption“ und nicht als „Korruption in Gerichtsverfahren“ ein, deswegen ist der Fall verjährt.
- Richterbestechung im Fall Sme-Ariosto 1: Es geht um den Kauf und Verkauf des staatlichen Lebensmittelkonzerns Sme.
- Schmiergeldzahlung an den ehemaligen Ministerpräsidenten Bettino Craxi
Bearbeiten Freisprüche aus Mangel an Beweisen
- Schmiergeldzahlung an die Finanzpolizei
- Bilanzfälschung beim Kauf des Unternehmens Medusa Cinematografica
- Richterbestechung im Fall Sme-Ariosto 1
- Bilanzfälschung im Fall Sme-Ariosto 2
Bearbeiten Anklagen, die inzwischen keinen Tatbestand mehr darstellen
- Bilanzfälschung im Fall All Iberian: Ein von der Regierung Berlusconi II erlassenes Gesetz beendete den Prozess.
Bearbeiten Freisprüche
- Illegale Aneignung, Steuerbetrug und Bilanzfälschung im Fall Villa Macherio: Es geht um den Kauf von Grundstücken rund um eine von Berlusconis Villen.
- Richterbestechung im Fall Sme-Ariosto 1
Bearbeiten Archivierte Untersuchungen
- Drogenhandel: Die Finanzpolizei hörte eine Zeit lang die Telefonleitungen Berlusconis ab, ohne irgendetwas Verdächtiges in Erfahrung zu bringen.
- Preisabsprachen RAI-Fininvest: Berlusconi wurde angeklagt, als Ministerpräsident Preisabsprachen bei der Fernsehwerbung zwischen der staatlichen Anstalt RAI und seinem Konzern Fininvest vorangetrieben zu haben.
- Schmiergeldzahlung an Beamte im Finanzministerium: Berlusconi soll Schmiergelder gezahlt haben, um eine Steuersenkung auf Bezahlfernsehen zu erreichen und Rückzahlungen zu erhalten.
- Mafia-Anschläge ’92-’94: Berlusconi wird verdächtigt, Auftraggeber mehrerer Attentate zwischen 1992 und 1994 gewesen zu sein. Die Untersuchungen stützen sich dabei auf mehrere Aussagen von festgenommenen oder übergelaufenen Mafiosi.
- Verdacht auf äußere Mitwirkung an einer mafiaartigen Vereinigung und Geldwäsche in Palermo
- Bilanzfälschung der Fininvest von 1988 bis 1992
- Bilanzfälschung der konsolidierten Fininvest
Bearbeiten Laufende Verfahren
- Missachtung des Anti-Trust-Gesetzes in Spanien und Steuerbetrug durch das Berlusconi-Unternehmen Telecinco: Das Verfahren wird aufgeschoben, um die Beziehungen zwischen Italien und Spanien nicht zu belasten.
- Schmiergeldzahlungen an David Mills. Ein Gesetzesentwurf soll die Verhandlungen für ein Jahr aussetzen, so dass das Verbrechen verjährt wäre[11]
- TV-Rechte, Bilanzfälschung, Steuerbetrug, Veruntreuung
Bearbeiten Ehrungen
- 1977 wird Berlusconi wegen seiner umfangreichen Bautätigkeiten von Staatspräsident Giovanni Leone zum Cavaliere del Lavoro ernannt.
- 1991 wird er Doktor honoris causa der Universität Kalabrien.
- 2003 Distinguished Statesman Award der Anti Defamation League [12].
- 2006 ist er Ehrengast des Kongresses der Vereinigten Staaten in Washington, D. C..
Bearbeiten Sonstiges
Aufsehen erregte Berlusconi mit seinen Schönheitsoperationen. So zeigte er sich im Januar 2004 erst nach über einem Monat wieder im Rampenlicht, nachdem er sich vermutlich im Dezember 2003 Falten in einer Schönheitsklinik entfernen lassen hatte. Im August 2004 ließ er sich in einer Schönheitsklinik in Ferrara Haare auf seine Kopfhaut transplantieren. Kritiker warfen ihm vor, er konzentriere sich mehr auf sein Äußeres, als auf die Probleme des Landes.
Ebenfalls 2004 veröffentlichte Berlusconi eine CD mit Liedern im neapolitanischen Dialekt, die von ihm zusammen mit Mariano Apicella komponiert wurden.
Bearbeiten Siehe auch
Bearbeiten Literatur (Auswahl)
Bearbeiten Auf Deutsch
- Benni, Stefano/Camilleri, Andrea/Eco, Umberto: Berlusconis Italien – Italien gegen Berlusconi, 2002, Verlag Klaus Wagenbach, ISBN 978-3-8031-2450-0
- Grasmück, Damian: Die Forza Italia Silvio Berlusconis: Geburt, Entwicklung, Regierungstätigkeit und Strukturen einer charismatischen Partei, 2005, Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main, ISBN 3-631-53839-1
- Grasse, Alexander: Italienische Verhältnisse 2004. Kontinuität und Wandel im politischen System der „zweiten Republik“, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 2004, bpb, Bonn, [4]
- Feustel, Dirk: One Man Show: Silvio Berlusconi und die Medien, 2007, Tectum Verlag, ISBN 978-3-8288-9446-4
- Hausmann, Friederike: Kleine Geschichte Italiens. Von 1943 bis zur Ära nach Berlusconi, 2007, Wagenbach, Berlin, ISBN 978-3-8031-2550-7
- Renner, Jens: Der Fall Berlusconi. Rechte Politik und Mediendiktatur, 2001, Verlag Werkstatt, ISBN 978-3-89533-116-9
- Rusconi, Gian Enrico: Die Mediendemokratie und ihre Grenzen – am Beispiel von Berlusconis Italien, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 2004, bpb, Bonn, [5]
- Udo Gümpel/ Ferrucio Pinotti: Berlusconi Zampano. Die Karriere eines genialen Trickspielers, Riemann, München 2006, ISBN 978-3-570-50071-2
- Stille, Alexander: Citizen Berlusconi., 2006, München: Verlag C. H. Beck, ISBN 3-406-52955-0 (Rezension in: sehepunkte 6 (2006), Nr. 6)
- Wallisch, Stefan: Aufstieg und Fall der Telekratie. Silvio Berlusconi, Romano Prodi und die Politik im Fernsehzeitalter, 1997, Böhlau Verlag, Wien, ISBN 978-3-205-98568-6
Bearbeiten Auf Englisch
- Jones, Tobias: The dark heart of Italy, 2003, Faber and Faber, London, ISBN 0-571-21424-X
- Ginsborg, Paul: Silvio Berlusconi: Television, Power and Patrimony, Verso Books, 2005, ISBN 978-1-84467-541-8
- Lane, David: Berlusconi’s shadow, 2004, Penguin Books, London, ISBN 0-14-101770-8
- Richards, Charles: The new Italians, Penguin'Books, 1995, London, ISBN 0-14-017109-6
Bearbeiten Film
- Dokumentarfilm
- Citizen Berlusconi – The Prime Minister and the Press, 2003
- Viva Zapatero! von Sabina Guzzanti, 2005
- Quando c’era Silvio von Beppe Cremagnani, Enrico Deaglio und Ruben Oliva, 2006
- Spielfilme
- Bye Bye Berlusconi! (ital. Buonanotte Topolino) von Jan Henrik Stahlberg, Deutschland/Italien 2006
- Der Italiener (ital. Il caimano) von und mit Nanni Moretti
Bearbeiten Einzelnachweise
- ↑ [1]
- ↑ Berlusconis Amnestiegesetz im Visier
- ↑ Elio Veltri und Marco Travaglio: Der Geruch des Geldes. Ursprünge und Geheimnisse des Vermögens von Silvio Berlusconi. 2001, Editori Riuniti, ISBN 88-359-5007-4
- ↑ Silvio Berlusconi im Il Giornale, 30. Januar 2005, p.5
- ↑ Bill Emmott, 30. Juli 2003
- ↑ Freedom of the Press 2004 Global Survey
- ↑ Italy – 2004 Annual report
- ↑ Berlusconi verhängt landesweiten Notstand Tagesschau, 26. Juli 2008
- ↑ [2] Corriere della Sera, 25. Juli 2008
- ↑ Vgl. Art. 2621 italienisches Zivilgesetzbuch [3]
- ↑ http://www.nzz.ch/nachrichten/international/berlusconi_sucht_amnestie_in_eigener_sache_1.762353.html
- ↑ Berlusconi To Receive Award From Jewish Group, Associated Press, 18 September 2003
Bearbeiten Weblinks
- Silvio Berlusconi and the 2008 election campaign
- Literatur von und über Silvio Berlusconi im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
Carlo Azeglio Ciampi Giuliano Amato Romano Prodi |
Ministerpräsident Italiens 1994–1995 2001–2006 ab 2008 |
Lamberto Dini Romano Prodi - |
Renato Ruggiero |
Außenminister Italiens 2002 |
Franco Frattini |
Tony Blair – Viktor Klima | Gerhard Schröder – Paavo Lipponen | António Guterres – Lionel Jospin | Göran Persson – Guy Verhofstadt | José María Aznar – Anders Fogh Rasmussen | Kostas Simitis – Silvio Berlusconi | Bertie Ahern – Jan Peter Balkenende | Jean-Claude Juncker – Tony Blair | Wolfgang Schüssel – Matti Vanhanen | Angela Merkel – José Sócrates | Janez Janša – Nicolas Sarkozy |
Yves Leterme (Belgien) | Sergei Stanischew (Bulgarien) | Anders Fogh Rasmussen (Dänemark) | Angela Merkel (Deutschland) | Andrus Ansip (Estland) | Matti Vanhanen (Finnland) | François Fillon (Frankreich) | Kostas Karamanlis (Griechenland) | Brian Cowen (Irland) | Silvio Berlusconi (Italien) | Ivars Godmanis (Lettland) | Gediminas Kirkilas (Litauen) | Jean-Claude Juncker (Luxemburg) | Lawrence Gonzi (Malta) | Jan Peter Balkenende (Niederlande) | Alfred Gusenbauer (Österreich) | Donald Tusk (Polen) | José Sócrates (Portugal) | Călin Popescu-Tăriceanu (Rumänien) | Fredrik Reinfeldt (Schweden) | Robert Fico (Slowakei) | Janez Janša (Slowenien) | José Luis Rodríguez Zapatero (Spanien) | Mirek Topolánek (Tschechien) | Ferenc Gyurcsány (Ungarn) | Gordon Brown (Vereinigtes Königreich) | Dimitris Christofias (Zypern)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Berlusconi, Silvio |
| KURZBESCHREIBUNG | Italienischer Politiker und Ministerpräsident |
| GEBURTSDATUM | 29. September 1936 |
| GEBURTSORT | Mailand |

